Hameln. Vier Judoka der Red Judo Dragons des TC Hameln machten sich vor Kurzem mit ihrem Trainer Daniel Wissel auf den Weg nach Braunschweig zum 30. Landesturnier der ID Judoka. An diesem sonnigen Tag war die Stimmung, aber auch die Anspannung groß. Besonders bei denen, die das erste oder zweite Mal bei einem Turnier starteten. Nach schönen, sehenswerten und anstrengenden Kämpfen, die nicht alle gewonnen wurden, konnten alle sehr zufrieden und glücklich sein mit dem Ergebnis. Niclas Öhm, der zum ersten Mal kämpfte, gewann in der WK3 in seiner Gruppe den 1. Platz und bekundete, er möchte wieder kämpfen. Auch Jonas Meyer, der zum zweiten Mal kämpfte und in der WK2 in seiner Gruppe den 3.Platz holte, wird wieder kämpfen. Jasmin und Noah Rupprecht, die schon etwas erfahrener sind, gewannen in der WK2 in ihren Gruppen beide den 1.Platz. Die beiden wurden den Tag zuvor für ihre Leistungen im letzten Jahr bei der IDEM und den Special Olympics Länderspielen bei der Sportlerehrung der Stadt mit Trainer Daniel Wissel geehrt.
Jonas Meyer, Jasmin Rupprecht und Noah Rupprecht werden am 9. Mai in Hannover bei der Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaft starten. ID Judoka sind Judoka mit einer geistigen Behinderung. Die mitgereisten Eltern waren begeistert von der Organisation, der Betreuung und dem Zusammenhalt. Nicht nur der Zusammenhalt im Team, sondern unter allen Kämpfern ist wichtig. Man kennt sich durch den Landeskader, dessen Trainer Daniel Wissel ist, und weiteren Veranstaltungen in Niedersachsen für die ID Judoka. Bei dem Turnier waren auch Kämpfer aus Hamburg und Berlin anwesend, deshalb man schon fast von einer Norddeutschen Meisterschaft sprechen könnte.
Dass die Turnierteilnahme nicht nur für die Sportler, sondern auch für die Familienangehörigen aufregend ist, schildert die Mutter von Niclas Öhm. Es war Niclas’ erster Judo-Wettkampf – ein richtig aufregender Tag für uns alle, besonders weil es sein erster richtiger Wettkampf für war. Wir waren total gespannt, was auf uns zukommt, da Niclas die ganze Zeit vorher angeschlagen war und kaum richtig trainieren konnte. Er selbst war extrem angespannt, und man merkte: Am Ende kommt raus, was rauskommt – pure Unsicherheit, aber auch Vorfreude. Die Atmosphäre war elektrisch, so ein erstes Erleben, das man nie vergisst. Bei Wettkämpfen für Menschen mit Behinderung ist alles anders – die Wahrnehmung, die Emotionen, die ganze Vibes. Die Stimmung fühlt sich herzlicher, intensiver an, voller Unterstützung und echter Freude, nicht so druckbeladen wie anderswo. Zwischendurch hatte Niclas seine Tiefen, hat geweint, aber das gehört dazu und macht den Tag nur umso echter.
Und dann der Hammer: Niclas gewinnt seinen Kampf – absolut krass, ich hätte das echt nicht erwartet! Er musste nicht nochmal antreten da sein Gegner vor der nächsten Begegnung aufgab und holt sich direkt den ersten Platz. Ein genialer Abschluss, purer Stolz und ein unvergesslicher Tag für ihn, für uns und das ganze Team. Danke an das gesamte Trainerteam , ihr macht das toll und Niclas hat seinen Sport gefunden.
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