Esperde. Der Verein Kitzrettung Ith-Ilsetal e.V. hat es sich zum Ziel gemacht, die Kitze vor dem Mähtod zu bewahren. Gegründet wurde der Verein 2021 von Landwirten und Jägern, der Jagdreviere Brockensen, Bremke, Harderode und Esperde. Mit einer Wärmebilddrohne können die jungen Rehe entdeckt werden und aus den Feldern geholt werden, bevor gemäht wird. In den Monaten Mai und Juni setzt das weibliche Reh, die Ricke, bis zu drei Kitze in deckungsreichem Gelände ab. Das sind oft hohe Wiesen oder Felder, wo die jungen Tiere vor Fressfeinden geschützt sind. In der ersten Zeit bewegen sich die Kitze nicht von diesen Stellen weg und die Ricke sucht sie regelmäßig zum Säugen auf. Die Kitze haben während dieser Zeit einen sehr geringen Eigengeruch und somit sind sie für Räuber, zum Beispiel dem Fuchs, sehr schwer zu finden.
Zur gleichen Zeit, in der Kitze ihre ersten Lebenswochen in Wiesen verbringen, beginnen die Landwirt:innen, ihre Wiesen zu mähen.
Da die abgelegten Kitze noch über keinen natürlichen Fluchtinstinkt verfügen, ducken sich die Kitze bei Gefahr und die Mahd stellt ungewollt eine tödliche Bedrohung für die jungen Rehe dar. So werden jährlich tausende Rehkitze durch landwirtschaftliche Maschinen getötet. Natürlich ist das keine böse Absicht der Bauern, sie entdecken aber die Jungen nicht mit dem bloßem Auge im hohen Gras.
Klassisch hat man früher Wiesen vor der Mahd mit größeren Menschengruppen und Hunden abgesucht. Dabei ist man in einer engen Streife über die Wiese gelaufen und hat die gefundenen Kitze abseits der Wiese abgelegt.

Heute kommt eine neue Technik für die Kitzrettung zum Einsatz, die Thermaldrohne. Die moderne Drohnentechnologie eröffnet eine neue, effiziente Möglichkeit des Aufspürens von Kitzen. Hochauflösende Wärmebildgeräte an der Drohne ermöglichen die Detektion von am Boden befindlichen Wärmequellen während des Überflugs der Wiese. Dies geht am besten in den frühen Morgenstunden, wenn die Umgebungstemperaturen noch gering sind und einen deutlichen Unterschied zur Körpertemperatur des Kitzes darstellt. So lässt sich oft schon erkennen, ob es sich um ein Rehkitz handelt.
Wird ein Kitz entdeckt, werden Helfer:innen zu der Stelle navigiert und die Stelle wird mit einem Stab markiert. Das Kitz wird mithilfe eines umgedrehten Korbes gesichert, um es während des Mähens daran zu hindern wegzulaufen.
Somit ist erkenntlich, wo sich die Kitze befinden und sie sind vor dem Mähtod gesichert.

Die Anschaffung der zwei DJI Drohnen wurde von dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Des weiteren erhielt der Verein Spenden der Sparkasse Hameln Weserbergland, Binder GmbH & Co. KG, KWS SAAT SE & Co. KGaA und zahlreiche Privatspenden. Wir möchten uns dafür bei den Spendern herzlichst bedanken!
Auf unserer Instagram Seite @kitzrettungithilsetal könnt ihr weitere Informationen und
Neuigkeiten zu unserer Arbeit einsehen, berichtet Anna Pahl.

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