Afferde. Das Vogelschießen ist ein alter Schützenwettbewerb, bei dem es gilt, einen hölzernen Vogel auf einer Stange, der Vogelstange, abzuschießen. Dieser Brauch ist im Mittelalter in Mitteleuropa entstanden, als Teile der männlichen Stadtbevölkerung im Rahmen ihrer Wehrpflicht zur Verteidigung ihrer Stadt herangezogen wurden und das Schießen noch üben mussten.
Als bürgerlicher Männersport und männliches Freizeitvergnügen wurde das Vogelschießen im frühen 19. Jahrhundert populär auch mit dem Hintergrund, soziale Kontakte innerhalb beruflicher und gesellschaftlicher Zirkel zu pflegen.
Diese Tradition hat der Schützenverein Afferde von 1887 seit dem Jahre 2013 augenzwinkernd wieder aufgegriffen. So stellten sich auch in diesem Jahr 15 Schützen an einem Oktobersamstag um 13 Uhr dem Wettbewerb bei 25 Meter Entfernung mit dem Kleinkalibergewehr sitzend Auflage mit Sandsack.
Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass Manfred Sandmann seit 2013 den Vogel nach Schablone 40 x 50 cm auf 1 cm OSB-Grobspanplatte alljährlich mit viel Eifer und entsprechender Handwerkskunst gestaltet, berichtet Hans van der Veen. Dass sich solch ein Ereignis durchaus in die Länge ziehen kann, wussten auch die 15 Teilnehmer, die sich um 13 Uhr getroffen hatten und diesmal um 18 Uhr den letzten Schuss fallen ließen. Es dauert halt seine Zeit bis Kralle, Flügel, Schwanz, Kopf mit Krone und letztlich der Rumpf „abgesägt“ sind.
Christel Becker schoss den schon mächtig „angesägten“ Vogelrumpf von der Stange unter Applaus aller Beteiligten. Zur Belohnung nahm sie als erstmalige Vogelkönigin den Königsorden, zusammen mit einer Holzskulptur als Wanderpokal (2012 von Manfred Sandmann angefertigt) in Empfang. „Das ist super, ich freue mich sehr“, betonte sie. Aber auch die übrigen Beteiligten gingen nicht leer aus und erhielten für ihren schießsportlichen Erfolg Anstecknadeln von Marga Rabenhorst. Immer nach dem Schützenmotto: „Um sportlich Großes zu vollbringen, muss man – und das vor allen Dingen – trainieren, üben – und zwar faktisch, theoretisch und auch praktisch.“
Und so endete am späten Nachmittag bei Kaffee und Kuchen und am Abend bei warmem Essen und gemütlichem Beisammensein ein ereignisreicher Tag im Schützenhaus Afferde auf dem Teutberg.
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