Hameln. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause konnte der Deutsche Esperantokongress wieder stattfinden, in diesem Jahr als Gemeinschaftskongress mit den Niederlanden in Oldenburg vom 3. bis 6. Juni. Etwa 160 Esperantosprecher nahmen teil. Unter ihnen auch vier Mitglieder der Esperanto-Gruppe Hameln „La Ratkaptista Bando“: Waltraut Brümmer, Friederike Fink, Eva Shkolnykova und Heinz W. Sprick.
Thema des Kongresses war „Nachhaltigkeit“, die aktuelle Herausforderung unserer Zeit, wie der Vorsitzende des Deutschen Esperanto-Bundes, Ulrich Brandenburg, betonte. Der Umgang mit den gemeinsamen natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit sowie den sozialen Fragen, die damit unmittelbar verbunden sind, waren Themen zahlreicher Vorträge. So konnten die Veranstalter des Kongresses kompetente Dozenten gewinnen, die nicht nur über ein herausragendes Maß an Fachkenntnissen verfügten, sondern diese auch noch souverän in der internationalen Sprache Esperanto vortragen konnten.
Über die bekannten und wichtigen Nachhaltigkeitsthemen hinaus, wie Natur, Umwelt, Nahrung und Verkehr gab es zahlreiche, sehr interessante Themen wie die Ostfriesischen Inseln, Tourismus, virtuelles Geld, die Moorlandschaften rund um Oldenburg sowie auch das Problem des Weltraumschrotts, vorgetragen von Amri Wandel aus Israel, Professor für Astrophysik in Jerusalem.
In seinem Grußwort wies der Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil, darauf hin, dass „eine neutrale Sprache wie Esperanto den möglichen Ausdruck politischer, wirtschaftlicher, kultureller oder sozialer Stärke einzelner Mitglieder oder einer Gemeinschaft vermeidet. Man begegnet sich sprachlich auf Augenhöhe – sei es auf privater, lokaler oder globaler Ebene.“ Teilnehmer aus zehn Ländern, und somit auch mit unterschiedlichen Sprachen nahmen am Kongress teil. Die Oldenburger Bürgermeisterin Nicole Piechotta dankte dem Verband, dass ihre Stadt für den Kongress ausgewählt worden war. Sie erwähnte, dass Herzberg am Harz in Niedersachsen als einzige Stadt weltweit den Zusatz „die Esperanto-Stadt“ in ihrem Namen führt.
Natürlich kam auch der kulturelle Teil nicht zu kurz. Friederike Fink: „Jeden Abend gab es Konzerte verschiedener Gruppen und Interpreten. Zahlreiche Oldenburger waren der Einladung gefolgt, doch mal vorbei zu schauen und „Esperantoluft“ zu schnuppern. Interessante Gespräche bei einem „glaso da biero“ fehlten natürlich auch nicht, wobei das „Schirrmann’s“ in der Jugendherberge Oldenburg wirklich der perfekte Ort war.“ Waltraut Brümmer: „Vier Tage mal wieder nur die Sprache Esperanto zu hören und zu sprechen hat allen, die diese Sprache pflegen, nach der Pandemie mal wieder richtig gutgetan. Auch in der Stadt wurde gelegentlich gefragt, um was für eine Sprache es sich handele.“
Esperanto wurde als neutrale Brückensprache vor 135 Jahren entwickelt, um Sprachbarrieren unter verschiedenen Nationen zu überwinden. Aufgrund einer einheitlichen Grammatik und einem ausgeklügelten Wortbildungssystem ist diese Sprache besonders schnell und einfach zu erlernen. Eva Shkolnykova: „Sich mit einer Leichtigkeit auf Esperanto unterhalten zu können, ist der Vorteil unserer Sprache.“
„Je nach Vorkenntnissen und Lernfleiß kann man Esperanto schon nach ein paar Monaten bis zu einem Jahr soweit lernen, dass man sich schon gut mit anderen Esperanto-Sprechern unterhalten kann,“ sagt Heinz W. Sprick. „Das zeigt sich auch bei meinen Esperanto-Kursen. Besonders hat es mich gefreut, dass wir uns hier auf dem Kongress mit sieben Teilnehmenden meiner bisher drei Online-Kurse, die ich seit Beginn der Pandemie per Zoom durchgeführt habe, das erste Mal persönlich begegnet sind.“
Einen Info-Abend „Esperanto-Luft schnuppern mit dem Rattenfänger“ gibt es wieder an der VHS in Hameln am 20. September.
Am 27. September startet Heinz W. Sprick dann den vierten Online-Esperanto-Kurs für Anfänger „La teorio Nakamura“ per Zoom, immer dienstags von 20.00 Uhr bis 21.30 Uhr.
Bei Fragen zu „Esperanto“ wenden Sie sich gerne per Mail an „hameln@esperanto.de“.
Disclaimer: Dieser Inhalt wurde über unser Online-Tool übermittelt. Wir haften nicht für etwaige Fehlinformationen oder Verletzungen des Urheberrechts der dargestellten Medien (Bild, Text, Video, Grafiken, etc.).
