Bad Pyrmont (ti). Tische und Körbe voller weißer Tauben warteten darauf, in die Welt gelassen zu werden. Allerdings konnten die von den Grundschülern der Herderschule gebastelten schneeweißen Friedenstauben nicht einfach losgelassen werden und sich von selbst in die Lüfte erheben. Deshalb gingen die jungen „Taubenzüchter“ einfach auf den Markt und boten ihre Werke gegen eine kleine Spende den Marktbesuchern an.
Selbstverständlich hatten auch die Eltern oder Großeltern der Kleinen ihre Freude an den toll gelungenen Werken und erstanden gegen einen Obolus das flugunfähige Federvieh. „Mit diesen Tauben sollen Friedenswünsche der Kinder in die Wohnzimmer und Herzen der Menschen kommen, sie daran erinnern, wie gut wir es doch haben, noch in Frieden hier in Deutschland leben zu können, während andere Menschen großes Leid erfahren müssen“, sagt Ulrike Wolff, eine Grundschullehrerin an der Herderschule. Dabei strahlt ihr Gesicht vor Freude über das Gewusel der Kinder, die sich voller Eifer an der Bastel- und Verteilaktion beteiligten. „Die Kinder haben mit diesem Tun bislang 2300 Euro einsammeln können und sich jedesmal artig bei den Taubenkäufern bedankt. Angedacht ist, das Geld der Katastrophenhilfe zukommen zu lassen.“
Groß angelegte Sammelaktion
der Hauptschüler
Doch auch die Hauptschüler der Herderschule zeigten sich aktiv mit einer groß angelegten Sammelaktion. Vorrangig erwünscht kamen rund zwei Tonnen an Handtüchern, Bettwäsche, Isomatten, Hygieneartikel, Spielzeug, Windeln, Lebensmittel und Babybedarf zusammen. Das musste alles in Kartons sortiert und die Kartons mit Hinweisen auf die Inhalte beschriftet werden. Dann blieb nur noch die Frage: Wie kommt das Gesammelte in die Ukraine?
Das Netzwerk von Lehrern und hiesiger Feuerwehr erwies sich als Problemlöser. So stellte die Bad Pyrmonter Wehr einen Gerätewagen als Transportmittel zur Verfügung. In einem gemeinsamen Arbeitseinsatz wuchteten Schülerinnen und und Schüler der 9. und 10. Klassen die schweren Kartons auf die Ladefläche und ab ging die Fahrt zum Autohaus Wiese in Bad Münder. Dort wurden die Aktiven bereits erwartet, denn ein Lkw stand schon bereit. Während der Umladeaktion fuhr ein ukrainischer Kleinlaster auf das Gelände. So wurden die gesammelten Spenden aufgeteilt.
„Für die Schüler war es spannend, mitzuerleben, wie ihre Hilfsgüter ohne weitere Lagerung direkt Menschen in der Ukraine wie auch bereits in Polen angekommenen Flüchtlingen übergeben werden konnten“, so Volker Schönbach, Lehrer an der Hauptschule, der gemeinsam mit seinem Kollegen Richard Mann die Spenden- und Übergabeaktion organisierte. Tim, einer der beteiligten Hauptschüler, beeindruckte: „Ich bin erstaunt, dass all die vielen Leute alles kostenlos machen.“ Sein Mitschüler Pharell unterstreicht: „Das ist echte und gelebte Solidarität. Wir alle sind schließlich Menschen und müssen zusammenhalten.“
In der nahen Zukunft werde sich die Schule auf ankommende ukrainische Kinder konzentrieren, eine Willkommensatmosphäre schaffen, so Schönbach.
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