Hessisch Oldendorf. „Ihr seid ja ganz schön aktiv“, staunte Angelika Schwager, nachdem sie im Rückblick auf 60 Jahre Heimatbund HO von den vielfältigen Aktivitäten hörte. Dabei war es einmal nicht so gut bestellt um den Verein und es drohte sogar schon einmal die Auflösung.
1962 gründete der Realschullehrer Helmut Otto die Ortsgruppe Hessisch Oldendorf des Schaumburger Heimatbundes. Viele Jahre führte er den Verein sehr erfolgreich. Vor allem die Fahrten, Wanderungen und Besichtigungen waren oft bis auf den letzten Platz ausgebucht. So war schon bald vom „Reiseverein“ die Rede.
1992 gab Helmut Otto den Vorsitz ab und damit begann langsam der Rückschritt bis schließlich alle Aktivitäten eingestellt wurden. Neun Jahre lag der Verein brach. 2009 fand sich ein Notvorstand zusammen, der die Bücher klärte und einen Neuanfang wagte.
Unter dem Vorsitz von Hans-Jörg Böhne und seit 2015 von Gabriele Lingen bietet der Verein wieder regelmäßige Veranstaltungen und Aktivitäten, wie die Informationstafeln zur Stadtgeschichte und die jährliche Herausgabe der Heimatblätter mit regionalgeschichtlichen Themen an. Des Weiteren hat der Verein aber auch andere Organisatoren unterstützt, wie z.B. das Projekt Stolpersteine, die Umgestaltung des alten Friedhofs oder auch das Projekt „Spurensuche“ der Schaumburger Landschaft.
Trotz vieler Schwierigkeiten, mit denen auch andere Vereine heute zu kämpfen haben, hat sich der Heimatbund behaupten können. „ Ich habe damals lange überlegt, ob ich mich im Heimatbund engagieren will“, erzählt die 1. Vorsitzende Lingen, „aber ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass man einen Verein, der sich mit Lokalgeschichte beschäftigt, einfach auflöst. Es sollte doch im Interesse aller Bürger liegen, die Vergangenheit zu erfassen und für zukünftige Generationen zu bewahren und zugänglich zu machen“.
Auf einer Mitgliederversammlung erinnerte Lingen noch einmal an den Werdegang des Vereins. Dr. Olaf Grohmann, der Leiter des Hüttenstollens Osterwald, zitierte in seinem Grußwort den Philologen Jakob Grimm: „Ich glaube, dass über diejenigen, welche nichts von der Vergangenheit wissen wollen, sehr bald auch die Zukunft den Stab brechen wird.“ Dr. Grohmann betonte auch, dass der Begriff „Heimatgeschichte“ heute in manchen Kreisen kritisch gesehen wird. Der Begriff „Heimat“ sollte aber neutral und keinesfalls ideologisch befrachtet gesehen werden.
Dr. Georg Schwedt übermittelte seine Glückwünsche schriftlich und kündigte gleichzeitig seine neuen Arbeiten an. Im Frühjahr wird ein Buch erscheinen über die „Bäche im Naturpark Weserbergland“ und es erscheint ein Sonderheft der Heimatblätter mit Werbetexten früherer Geschäfte und Betriebe in Hessisch Oldendorf.
Auch Angelika Schwager beglückwünschte den Verein für seinen Aufschwung „wie Phönix aus der Asche“. Anschließend zeigte sie in einem Vortrag die Spuren der Vergangenheit in unserer Region: Fossilien aus dem Jura, Saurierfährten und eiszeitliche Findlinge. Im Anschluss konnten ihre mitgebrachten Exponate begutachtet werden. Olaf Stolze erweiterte die Ausstellung mit seinen neuesten Fundstücken: Beile und Ringe aus der Bronzezeit.
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