Hameln. Die Hamelner Landfrauen machten sich auf den Weg in die Mosterei nach Ockensen, um mehr über die Saftgewinnung und den Apfel an sich zu erfahren. Die Veranstaltung fand mit Unterstützung der LEB (Ländliche Erwachsenen Bildung) statt. Nach Klärung aller Cororna-Regeln ging es in die Mosterei. Leider musste die Vorstellung ohne die Hauptdarsteller stattfinden, denn Äpfel sind in diesem Jahr rar und noch nicht in ausreichender Menge vorhanden. Doch mit viel Engagement und sehr anschaulichen Erklärungen konnte der Auszubildende Herr Senftleben die Arbeitsschritte darstellen: Waschen, aussortieren, faule Stellen wegdrücken oder abschneiden sind der erste Arbeitsschritt. Dann wird das Obst geschreddert und kommt in einen Edelstahlkasten, wird mit Lochtüchern abgedeckt und so Schicht für Schicht zu einem Turm gestapelt. Dieser Stapel wird dann mit einem Druck von 800 bar gepresst, der Saft wird aufgefangen und über Schlauchleitungen in große Bottiche verfüllt. Der sogenannte Trester wird entweder an Schweine verfüttert oder er wird zu Abfall.

Der Saft wird in einem Heizbottich auf 83 Grad erhitzt und noch heiß in Vakuumbeutel abgefüllt und in die Kartons gestellt. Jetzt muss er 24 Stunden ruhen. In den Vakuumbeuteln ist er zwei Jahre haltbar, in angebrochenem Zustand zwei Monate.

In der Mosterei kann man nach Terminabsprache seine eigenen Äpfel – oder auch anderes Obst – mosten lassen. Eine Mindestmenge ist jedoch erforderlich. Nach der obligatorischen Kaffeetafel kam nun der Vortrag von Erhard Bachmann, einem Hobby-Pomologen aus dem Extertal, zum Thema Äpfel.

Neben den bekannten Sorten wandte sich Bachmann auch den alten Sorten zu. Mit Ingrid Marie, Grafensteiner und Berlepsch tauchten plötzlich Namen aus der Kindheit auf.
Man teilt die Äpfel in drei Kategorien ein: Sommeräpfel (Augustapfel, Klarapfel), Herbstäpfel und Winteräpfel, die sich nach der Erntezeit richten. Man muss sich aber auch nach der Genusszeit richten. Manche Sorten sind erst etwa drei Monate nach der Ernte schmackhaft. Auch das Anbaugebiet spielt eine große Rolle. Fragen zur biologischen Vermeidung von Schädlingen wurden ebenso beantwortet wie die zum Schnitt der Apfelbäume. Hier gilt noch immer die Regel: Wenn man einen Hut durch den Baum werfen kann, ist’s okay.

Zum Abschluss beantwortete Erhard Bachmann noch viele Fragen zu den in beschrifteten Körbchen ausgestellten Äpfeln, von denen einige sogar probiert werden durften. Und so ging ein interessanter, lehrreicher Nachmittag zu Ende.

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