Hameln/Lüneburg. Der Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e. V. (MVNB) widmete sich auf seiner diesjährigen Jahrestagung den Qualitäten von Museen. Über 120 Museumsfachleute diskutierten zum Thema. Die Tagung fand vom 23. bis 25. März in Lüneburg statt.
Bereits am Vorabend lud der Verband gemeinsam mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Stadt Lüneburg in den Fürstensaal des Rathauses Lüneburg ein. Passend zum diesjährigen Tagungsthema fand dort erstmals im Rahmen der Jahrestagung auch die Verleihung der Museumsgütesiegel statt. 15 niedersächsische Museen nahmen die begehrte Qualitätsauszeichnung von Prof. Joachim Schachtner, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, sowie Dr. Johannes Janssen, Stiftungsdirektor der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, entgegen. Zu den ausgezeichneten Museen zählte auch der Hüttenstollen, das Besucherbergwerk und Museum Osterwald.
Das 2006 initiierte Zertifizierungsverfahren wird getragen vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung sowie dem Museumsverband für Niedersachsen und Bremen. Die Initiative verfolgt das Ziel, die Museen dabei zu unterstützen, ihr Angebot und ihre Arbeitsweise in einem Prozess der begleiteten Selbstevaluierung zu reflektieren und zu optimieren. Während der Teilnahme steht ihnen das umfangreiche Beratungs- und Schulungsangebot des Museumsverbandes zur Verfügung, das ihnen hilft, sich in allen musealen Bereichen weiterzuentwickeln. Ergänzt wird das Angebot durch Beratungsbesuche von unabhängigen Fachberatern. Seit der Initiierung konnte das Museumsgütesiegel bereits 176 Mal vergeben werden.
Die Museen:
- Das Museum „Leben am Meer“, Esens
- Das Museum Lüneburg
- Das Museum Nordenham
- Das Landesmuseum Natur und Mensch, Oldenburg
- Der Hüttenstollen – Besucherbergwerk und Museum Osterwald, Salzhemmendorf
konnten das Museumsgütesiegel bereits zum zweiten Mal entgegennehmen.
Für folgende Museen war die Zertifizierung mit dem Museumsgütesiegel bereits die dritte Auszeichnung in Folge:
- Das Museumsdorf Cloppenburg / Niedersächsisches Freilichtmuseum
- Das StadtMuseum Einbeck
- Das Ostfriesische Schulmuseum, Folmhusen
- Das Dommuseum Hildesheim
- Das Schlossmuseum Jever
- Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Oldenburg
- Das Heimatmuseum Seelze
- Das Spielmuseum Soltau
- Das Museumsdorf Hösseringen
- Das Kehdinger Küstenschiffahrts-Museum.
Im Anschluss stellte der MVNB sein vollständig überarbeitetes Zertifizierungsverfahren im Rahmen einer Podiumsdiskussion vor.
„Museum“ ist kein geschützter Begriff. Spätestens seit dem Museumsboom der 1990er Jahre wurden Standards und Qualitätskriterien für Museen immer wichtiger. 2006 legten der Deutsche Museumsbund und ICOM Deutschland die Standards für Museen vor. Doch was bedeutet Qualität konkret in der praktischen Museumsarbeit, die so divers ist, wie die Museumslandschaft selbst? Dieser Frage gingen Expert*innen aus großen und kleinen Museen auf der diesjährigen Jahrestagung des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen im Museum Lüneburg sowie dem Ostpreußischen Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung nach.
„Wir freuen uns sehr, Austragungsort der diesjährigen Jahrestagung des MVNB sein zu können“, so Joachim Mähnert, Direktor des Ostpreußischen Landesmuseums. „In der Museumslandschaft Lüneburgs ist gerade einiges in Bewegung. Erst im vergangenen Dezember konnten wir den ersten Spatenstich zum Erweiterungsbau unseres Hauses feierlich begehen. Der Kantbau wird dem bedeutenden Königberger Philosophen Immanuel Kant gewidmet sein und soll 2024 im Jahr seines 300. Geburtstages eröffnen. Und auch im Deutschen Salzmuseum beginnen nun die Arbeiten an der Erneuerung und Erweiterung.“
„Gerade nach der Pandemie und angesichts der neuen Herausforderungen infolge der Energiekrise müssen Museen mehr denn je die Qualität ihrer Arbeit unter Beweis stellen“, erklärt Prof. Dr. Rolf Wiese – Vorsitzender des MVNB. „Hierbei können Museen sehr viel voneinander lernen. Wir haben bei der diesjährigen Tagung daher besonders darauf geachtet, dass die Teilnehmenden in einen intensiven Austausch miteinander treten. Die anregenden und inspirierenden Diskussionen, die dadurch entstanden sind, machen die Tagung zu einem vollen Erfolg.“
Im Anschluss an die Tagung hielt der Verband seine Mitgliederversammlung ab. Zur nächsten Verbandstagung lädt der MVNB Mitglieder und Gäste im März 2024 in das Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur nach Delmenhorst ein.
Weitere Informationen zum Museumsverband Niedersachsen und Bremen e. V., zum Museumsgütesiegel sowie das Programm der diesjährigen Jahrestagung finden Sie unter www.mvnb.de.
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