Hameln. Dem Zweijahresrhythmus folgend haben sich Ehemalige des Stammes Florian Geyer Hameln vom Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder  (VCP) auf Burg Sternberg getroffen.

Der „harte Kern“, der sich am spätsommerlichen Wochenende 16./17.09.2023 hoch über dem Extertal zum 7. Mal seit 2011 traf, fand unerwartet Verstärkung durch Jahrzehnte verschollen geglaubte, die kurzfristig dazustießen, was wiederum weitere „Veteranen“ veranlasste, spontan eine längere Anreise (Südfrankreich) anzutreten, um dabei zu sein.

Wie schon in den Jahren zuvor, blieb man natürlich nicht unter sich, sondern dazu stießen Ältere, die im Stamm, der Bezirksleitung des VCP oder sogar international aktiv sind. Ein Schwerpunkt dieses Treffens war natürlich die Arbeit im Stamm. Der Stammesleiter Henning Eimer hatte Jungen und Mädchen aus der Wölflings- und Pfadfinderstufe mitgebracht, um mit ihnen gemeinsam über die Aktivitäten des Stammes zu berichteten.

Gestützt auf eine umfangreiche Fotosammlung ließen sie das Programm der vergangenen zwei Jahre Revue passieren: Pilgerwanderung, Pfingst- und Bundeslager, Bezirkswölflingstage, Friedens- Jamboree im Tönebön-Camp, Erste-Hilfe-Kurs, Bundesfahrt nach Schweden, Baumpflanz- und Müllsammelaktion, Rattenrennen, usw. Umfang, Breite und Vielfalt der präsentierten Aktionen versetzten die Veteranen in großes Staunen und sie zollten allen Beteiligten höchsten Respekt und größte Anerkennung.

Besonders das Friedens-Jamboree mit ukrainischen Pfadfindern stieß auf  Interesse. Wie der Weg in sein Leben durch die Pfadfinderei geprägt wird, erfahren die Kids der Sippe Marder während des Kaffeetrinkens von einem Überraschungsgast, der mit seiner Frau auf Einladung durch Henning Eimer aus Bad Homburg angereist ist. Dietrich Steckel (89 Jahre), Fahrtenname Stucks, ist den Pfadfindern des Stammes Florian Geyer und auch anderen ein Begriff; über ihn berichtet Jürgen Taegert in seinem 2012 erschienenen Buch[1].

Stucks gilt, gemeinsam mit seinem älteren Bruder Horst (Holly), als „Urgestein“ der Arbeit der Christlichen Pfadfinder im Klütviertel Hamelns, die mit den Brüdern vor 75 Jahren begann. Im Kreuzfeld in der Privatwohnung fanden die Heimabende statt. Nachdem die Steckelbrüder Hameln zur Ausbildung verlassen hatten, zerfällt der Stamm „Prinz Eugen“, einige aber finden den Weg in die neue, durch Jürgen Taegert gegründete CP-Siedlung „Florian Geyer“. Im September 2023 gibt es nun ein herzliches Wiedersehen zwischen Stucks und „v1“ (Gerd v.d. Heyde), der in den 50ern zu Stucks‘ Gruppe gehörte. Nach Auflösung dieses alten Stammes kam auch „v1“ zusammen mit seinem Bruder „v2“ zur neuen Siedlung in der Ruschenschlucht.

Die Veteranen nutzten später am Abend die Gelegenheit, sich mit Stucks auszutauschen, unterbrochen durch fröhlichen Gesang alter Fahrtenlieder, die Stucks mit der Klampfe begleitet.

Mit Thomas Haeckels Bericht zum World Scout Jamboree (WSJ) 2023, das im August in Südkorea stattfand, bot der Nachmittag  ein anderes „Highlight“. So erfuhren die Kids, die sich für eine Teilnahme am WSJ 2027 in Polen vorbereiten wollen, aus erster Hand, wie solch ein Großlager mit ca. 45 000 Teilnehmern vorbereitet, organisiert und durchgeführt wird. Das Lager machte weltweit Schlagzeilen, da es wegen eines heranziehenden Taifuns vorzeitig evakuiert werden musste. Auch darüber konnte Haeckel als Leiter eines Subcamps (Teillagers) mit 2000 Personen authentisch berichten. Die Kids fuhren noch vor dem Abendessen wieder heim, für die Veteranen stand der Kaminabend in der Oberburg auf dem Programm.

Auch am Sonntag sollte das WSJ 2023 das den Vormittag füllende Thema sein; es gab viele, auch kritische Nachfragen und Diskussionen. Hans Belling konnte Vergleiche zu WSJs in den 60er und 70er Jahren ziehen, an denen er teilgenommen hatte (USA, Japan, Norwegen). Die besondere Herausforderung stellten die Sprachbarriere und das Extremklima dar! Gibt es nicht geeignetere Regionen? Erstaunt mussten alle zur Kenntnis nehmen, dass weltweit 2/3 aller Pfadfinder im asiatischen Raum leben!

Das nächste Treffen wird, darin war man sich einig, in zwei Jahren, am 27./28. September stattfinden.

[1] Jürgen-Joachim Taegert „wild und fromm“, Christliche Pfadfinderarbeit und frühe Nachkriegsgeschichte in Hameln, 2012

Disclaimer: Dieser Inhalt wurde über unser Online-Tool übermittelt. Wir haften nicht für etwaige Fehlinformationen oder Verletzungen des Urheberrechts der dargestellten Medien (Bild, Text, Video, Grafiken, etc.).

Du möchtest einen Beitrag hinzufügen?

Nutze unser Online-Formular, um einen Beitrag für die Rubrik „Wir von hier“ zu übermitteln.