Hameln. Eigene Textverse einem Publikum vortragen, darunter versteht man Poetry Slam. Dabei ist die Aufmerksamkeit der Zuhörer gefragt. Denn das Publikum bildet die Jury. Diesmal stellten fünf Textgestalter ihre Werke vor und traten damit gegeneinander an. Von kulturellem Stillstand ist in der Sumpfblume nichts mehr zu spüren. „Kollektiven Orgasmus“ bezeichnete der Moderator Gerrit Wilanek das Ausrasten, wenn der Poet die höchste Note 10 vom Publikum erhält. In der Hamelner Sumpfblume wurde die Note 10 diesmal sogar mehrmals vergeben. Das Rennen war äußerst knapp. Florian Wintels und Marvin Weinstein teilten sich den Sieg. Das fand das Publikum exzellent.
Pauline Prigge wurde sehr emotional mit ihrem Text „Du musst funktionieren“ und vor ihrem Text zum Thema Ess-Störung „Weniger ist nicht genug“ sprach sie eine Triggerwarnung aus. Tanja Schwarz sprang ebenfalls auf den nachdenklichen Zug auf. „Findet zwischen all den grauen Zellen noch Leben statt?“ fragt sie sich am Bett ihrer Oma. „Du kennst die Koordinaten, hast nur vergessen, sie mir zu sagen. Alzheimer hat das Steuer übernommen, aber ich bleibe an Deiner Seite, Oma, auch wenn ich Dir beim Untergehen zugucken muss.“ Sven Ludewig begrüßte mit einem trockenen „Moin“, bevor er mit seinem Text „Ein letzter Tanz“ über sexuelle Gewalt sprach. Marvin Weinstein punktete mit einem Text über die Politzauberei anlässlich der letzten Landtagswahl und Florian Wintels, der König der Sprache aus Bad Bentheim, begeisterte mit einem skurrilen Text von einem Mann, der im Grab liegt und lebt. (kke)
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