Coppenbrügge. Kamen Feldhühner wie Wachteln oder Rebhühner früher fast überall in Deutschland vor, sind die Bestände heute auf ein Minimum geschrumpft und beispielsweise das Rebhuhn auf der Roten Liste bereits als „stark gefährdet“ eingestuft. Die Ursachen sind vielfältig und reichen den besonders schneereichen Wintern in den 1970er-Jahren bis hin zu fehlenden Lebensräumen in modernen ausgeräumten Agrarlandschaften.
Um die letzten Vorkommen zu erhalten, hat die Landesjägerschaft Niedersachsen daher das Projekt „Lebensraumverbund Feldflur Niedersachsen“ ins Leben gerufen und im Landkreis Osnabrück die sogenannte Feldhuhnstation gegründet. Neben der Lebensraumverbesserung ist eine wesentliche Säule des Projekts die Vermehrung und Aussetzung einheimischer Feldhühner.
Um das Projekt kennen zu lernen und zu erfahren, welche Maßnahmen zur Rettung der letzten Feldhühner in der Coppenbrügger Feldmark umgesetzt werden können, hatte der Naturschutz-Obmann André Brüggemann für die Mitglieder des Hegerings Coppenbrügge Anfang Juli eine Exkursion zur Feldhuhnstation organisiert. Nach Begrüßung durch Projektleiter Frank Roeles und Besichtigung der Feldhuhnstation mit Brutraum und Aufzuchtvolieren ging es hinaus ins Feld. Hier erläuterte Roeles verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung der noch vorhandenen Feldhuhnbestände. Neben der notwendigen Reduzierung von Fressfeinden sei ein wichtiger Baustein die (Wieder-)Herstellung geeigneter Lebensräume. Die Anpflanzung von Hecken, die Ansaat von Blühstreifen und ähnliche Maßnahmen trügen dazu bei, die von Feldhühnern bevorzugten „Grenzlinien“ zu schaffen.
In diesem Zusammenhang konnte Naturschutz-Obmann André Brüggemann berichten, dass die Jäger des Hegerings Coppenbrügge die Anlage zweier Streuobstwiesen planen. Vielfach können aber schon kleinere Maßnahmen positiv wirken: So sei es beispielsweise für die Feldhühner vorteilhaft, wenn die Landwirte auf dem Vorgewende die Pflanzenschutzspritze ausschalten würden, damit sich wenigstens im Randbereich großer Ackerflächen die für Feldhühner notwendigen Kräuter und Insekten entwickeln können, so Projektleiter Frank Roeles.
Zudem äußerte er sein Unverständnis darüber, dass Landwirte und Kommunalverwaltungen oftmals ausgerechnet in der Brut- und Setzzeit die Weg- und Grabenränder mulchten. Er appellierte, Mäh- und Mulcharbeiten an Wegen, Böschungen und Gräben erst in der zweiten Sommerhälfte vorzunehmen, wenn die Küken flügge sind und die Hennen nicht mehr auf den Nestern sitzen, um Verluste zu vermeiden. Insgesamt war es eine sehr lehrreiche Exkursion. Es gelte nun, die gewonnenen Erkenntnisse zu Hause gemeinsam mit Landwirten, Realverbänden und Gemeindeverwaltungen umzusetzen, um gemeinsam zum Schutz und Erhalt der letzten Feldhühner beizutragen, so das Fazit von Hegeringleiter Joachim Grimme.
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