Lügde (rr). Dick warm eingepackt, regenfest und fröstelnd fanden sich am Samstagmorgen fast 20 Männer an der Kirchberghütte ein, fest entschlossen, dem Lügder Stadtwald etwas Gutes zu tun. Forstbetriebsbeamter Dietmar Blum, der die Aktion leitete, erläuterte das Vorhaben. „Beim Diözesanjungschützentag 2024 kam im Nachgang die Idee zu einer Spendenaktion auf, und die Schützenbruderschaft St. Kilian schloss sich an. So sind 768 Euro zusammengekommen, für die wir Baumsetzlinge kaufen konnten, so dass wir heute knapp 500 Bäume einpflanzen können. März und April sind dafür die ideale Zeit.“
Von Seiten des Diözesanverbands Paderborn begleiteten Diözesanjungschützenmeister Daniel Fromme und der Lügder stellvertretende Diözesanjungschützenmeister Markus Scholz die Aktion, weitere tatkräftige Hilfe kam von St. Kilians Brudermeister Michael Rüsenberg sowie Pfarrer Stefan Schiller. Dieser wies auf „die Hilfe von oben“ hin, denn der Regen täte den Neuanpflanzungen sicher gut. Doch Förster Dietmar Blum erklärte, dass ein Angießen bei Neuanpflanzungen im Wald ohnehin nicht üblich sei. In bester Stimmung musste die Gruppe rund 400 Meter weiter den Kirchberg hinauffahren, um dann noch weitere 300 Meter in den Wald hineinzugehen. „Hier haben wir eine Käfer-Kalamitätsfläche, entstanden nach dem Sturm Friedrike im Jahr 2018. Viele noch junge Fichten wurden befallen, und auch die Eschen leiden unter Pilzbefall“, sagte Dietmar Blum. In den vorhandenen Eichenbestand werden nun Elsbeere, Baumhasel und Küstenmammutbäume gepflanzt. Diese sind eine imposante und sehr leistungsfähige Baumart der Pazifikküste Kaliforniens und Oregons, mit erstaunlichen Durchmessern von über 4,5 Meter und beachtlichen Höhen von bis zu 115 Meter, was sie zur aktuell höchsten dokumentierten Baumart der Nordhalbkugel macht. In Zeiten des Klimawandels ist sie besonders angesagt, da sie im natürlichen Verbreitungsgebiet an wärmeres und luftfeuchtes Klima gewöhnt ist und mit milden Wintern und teilweise sehr niederschlagsarmen Sommermonaten gut klarkommt. Auch die Baumhasel passt gut auf den Kirchberg. Sie ist sehr robust und standortstolerant und gewinnt zunehmend an Bedeutung als geeignete Baumart im Klimawandel. Zudem verträgt sie Trockenheit, Frost und tiefe Temperaturen und besitzt eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber biotischen und abiotischen Schäden. „Und wenn dann in hundert Jahren die Eichen abgängig sind, bieten die inzwischen gewachsenen neuen Bäume Lebensraum für viele Tiere.“
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