Hameln. Der Saisonhöhepunkt und -abschluss für Hamelns Ruderer führte 16 Athleten des RV Weser auf den Werdersee nach Bremen und resultierte in vielen Geschichten, die so nur der Sport schreiben kann. Neben Kopf-an-Kopf-Rennen, einer höchst umstrittenen Entscheidung, starke Leistungen und glänzendem Edelmetall waren die 25. Deutschen Sprintmeisterschaften aus Hamelner Sicht ein emotionaler Höhepunkt in vielerlei Hinsicht. Die mitgereisten Fans bekamen in jedem Fall die von Trainer Christian Wellhausen erwarteten Bord-an-Bord-Kämpfe auf der kurzen 350-Meter-Strecke zu sehen.

Gleich am Samstag waren im Männer-Doppelzweier die Vizemeister Thore Wessel und Roelof Bakker nach vielversprechendem Vorlauf und erfolgreichem Halbfinale, jedoch im Finale nach Zieleinlauf mit einer umstrittenen Entscheidung konfrontiert. Wo das aufmerksame Auge der Zuschauer auf ungefährer Höhe der Ziellinie eine silberne oder bronzene Medaille für beide als sicher erachtete, fiel die Entscheidung der Zielrichter entgegen allen Erwartungen anders aus und wähnte den Hamelner Erfolgsdoppelzweier nur auf dem vierten Rang. Auch der Blick auf das verfügbare Videomaterial gab keinen klaren Aufschluss darüber, ob diese Wimpernschlagentscheidung richtig oder falsch war. Für Bakker ernüchternd: „Wenn Du den Sommer opferst, um hier anzutreten und aufgrund einer solchen Entscheidung, nach zwei erfolgreichen Rennen dann in die Röhre schauen musst ohne die Zeit- und Zielmessung nachvollziehen zu können, macht das wütend und sorgt nicht für Begeisterung.“ Dennoch, ergänzt Wessel: „Klar sind wir ernüchtert, wie die Entscheidung zustande gekommen ist. Aber in jedem Fall Glückwunsch an die Konkurrenz für die starken Rennen und das herausfordernde Leistungsniveau.“

Im Riemenvierer mit Steuerfrau Mareike Adomat kämpften sich Florian Wissel, Nick Armgardt, Emre Tas und Maximilian Gümpel erneute in die Medaillenränge. Wie im Vorjahr erreichten die fünf Athleten den Silberrang hinter dem starken Vierer aus Leverkusen, aber vor Berlin und damit auch vor der Crew des Berliner Ruderclubs, gesteuert von Nationalmannschaft-steuerlegende Martin Sauer. Glücklich legte die Mannschaft nach der Silberfahrt am Anleger an. Emre Tas zum Finale: „Das war Adrenalin pur!“ Das sah auch der Regattasprecher: „Vom Start wegkatapultiert hat sich das Hamelner Boot“, halte es über die Strecke. Wissel, dessen Ruderstil als 2-Meter-Hühne im Bug vom Sprecher als außergewöhnlich bezeichnet wurde, ergänzt: „Der Start war perfekt. Da waren wir direkt von Beginn vorn dran und mussten uns dann natürlich reinhängen, um das nach Start knapp 300 Meter entfernte Ziel auf dem Medaillenrang zu erreichen.“ Silber, gelungen. „Und mit dem Moderator muss ich nochmal ein Wörtchen sprechen“, so Wissel augenzwinkernd.

Der Achter gewann am Sonntagmorgen den Vorlauf mit der drittschnellsten Zeit aller Boote. Der darauffolgende Höhepunkt der Sprintmeisterschaften, der Finallauf der Achter, gelang Roelof Bakker, Thore Wessel, Lars Wessel, Florian Wissel, Fabian Schönhütte, Nick Armgardt, Emre Tas, Maximilian Gümpel und Steuerfrau Merle Wessel souverän. Alle arbeiteten absolut sauber, wenngleich am Ende in einem packenden Bord-an-Bord-Rennen mit Leverkusen, Berlin und Osnabrück nur wenige Wimpernschläge für das Erringen des ersehnten Medaillenrangs fehlten. So ging Bronze nach Osnabrück, Silber nach Berlin und Gold nach Leverkusen. „Bei dem Rennen kann man keinem einen Vorwurf machen. Das war ein sauberes, hart erarbeitetes, gar perfektes Rennen. Am Ende waren die anderen einfach stärker und hatten so die Nase vorn“, analysiert Trainer Christian Wellhausen das Finale.

Im Doppelvierer verpassten hingegen Ronald Bakker, Eric Edler, Fabian Schönhütte und Jonas Schleumer nach gutem Vorlauf bei herausfordernden Bedingungen leider das A-Finale und erreichten im B-Finale letztlich den achten Platz in ihrer Bootsklasse.

Der Mixed-Doppelvierer mit Katharina Stegen, Eric Edler, Kaya Treder und Ronald Bakker nahm am Sonntagmorgen nach positivem Vorlauf im Halbfinale eine Boje mit und war zudem nach einem ärgerlichen Krebs zur Vollbremsung gezwungen und fand sich so im B-Finale wieder. Dort erkämpfte sich die Hamelner Mixed Crew dann ohne Boje und ohne Krebs in einem starken Rennen auf den dritten Rang.

Ebenfalls im B-Finale landete der Junioren-Doppelzweier von Felix Brand und Christoph Barth. Nach dem Vorlauf erruderten sich Brand und Barth den 9. Platz. Darüber hinaus erreichte Adrian Klingelmann im Einer im Halbfinale C den 6. Rang.

Unterm Strich blickt der RVW auf ein emotionales und facettenreiches Regatta-Wochenende zurück und kann mit einer Medaille und vielen Top 5 und Top 10 Platzierungen eine positive Leistungsbilanz ziehen, die im nächsten Jahr vielleicht an der einen und anderen Stelle mit etwas mehr Glück glänzend belohnt wird.

Disclaimer: Dieser Inhalt wurde über unser Online-Tool übermittelt. Wir haften nicht für etwaige Fehlinformationen oder Verletzungen des Urheberrechts der dargestellten Medien (Bild, Text, Video, Grafiken, etc.).

Du möchtest einen Beitrag hinzufügen?

Nutze unser Online-Formular, um einen Beitrag für die Rubrik „Wir von hier“ zu übermitteln.