Mit der roten Leine durch das Weserbergland. Heute: Klein Berkel und Wangelist

Mit dem neuen Format „Orts-Check“ rückt HALLO die Ortsteile im Landkreis Hameln-Pyrmont in den Mittelpunkt, die den Alltag vieler Menschen prägen. Wir fragen persönlich nach: Was macht diese Ortsteile eigentlich aus? Der Ortscheck will nicht bewerten, sondern entdecken, manchmal auch mit einem Augenzwinkern und immer ehrlich. Er lädt dazu ein, Bekanntes neu zu sehen und Selbstverständliches wertzuschätzen. Heute führt der Weg nach Klein Berkel und Wangelist.

Orts-Checkerin Inga Symann und ihre Laika-Hündin Leyla erkunden diesmal die Gegend zwischen Klüt, Riepen und Ohrberg. Drei Berge, zwei Ortsteile und viele fließende Übergänge.

Man erkennt auf den ersten Blick oft gar nicht, wo welcher Ortsteil beginnt: Ist das noch der Klütsüdhang oder schon Wangelist? Und wo genau fängt eigentlich Klein Berkel an? Man kennt die großen Straßen: Talstraße, Grabbestraße, Schwarzer Weg und Schulstraße in Klein Berkel. Riepenstraße, Zinngießerstraße oder Wangelister Feld in Wangelist. Leyla interessiert das nicht. Sie schaut nicht auf Ortsschilder, sie folgt Wegen und interessanten Begegnungen.

 

Zwei Ortsteile, ein Lebensgefühl

Wangelist und Klein Berkel tragen zwar unterschiedliche Namen, im Alltag fühlen sie sich aber oft wie ein zusammenhängender Lebensraum an. Zwei Bundesstraßen führen hierher – eine davon mitten hindurch. Es wirkt aber nie wirklich hektisch, nur lebhaft.

Der Wald ist immer nah. Der Klüt auf der einen Seite, der Ohrberg auf der anderen, dazwischen der Riepen mit seinen alten Wegen Richtung Riepenburg und Finkenborn. Für Wangelist bringt es Anne-Brit Gäbel auf den Punkt: „Es ist eigentlich ziemlich dörflich. Gleichzeitig ist man aber nicht abgeschieden. Du bist sofort im Wald … und selbst fußläufig oder mit dem Rad auch schnell in der Innenstadt.“ Genau diese Mischung macht Wangelist aus – ob alter Kern oder auch die nicht mehr ganz neuen Neubaugebiete: Natur nah dran, Stadt schnell erreichbar.

Zwischen Klüt, Ohrberg und Riepen

Wenn man mit Leyla unterwegs ist, landet man unweigerlich früher oder später im Wald. Am Klüt führen die Wege schnell bergauf – und oben wartet dieser typische Blick über Hameln und das Weserbergland. Richtung Ohrberg wird es etwas ruhiger, sogar parkähnlich. Der Ohrbergpark ist nicht weit entfernt und bringt eine andere Atmosphäre mit: gepflegte Wege, alte Bäume, ein Hauch von Geschichte. Und dann ist da noch der Riepen – weniger bekannt, aber trotzdem schön. Alte Wege, versteckte Pfade, ein bisschen Abenteuer. Orte, an denen man eher zufällig landet und dann länger bleibt als geplant.

Alltag, der funktioniert

Was diese Gegend wirklich stark macht, ist nicht nur die Lage, sondern der Alltag. Anne-Brit Gäbel beschreibt es so: „Alles ist da, aber trotzdem hast du das Gefühl, du wohnst eigentlich mitten in der Natur.“ Dazu gehören kurze Wege, eine eher kleine, fast dörfliche wirkende Grundschule und eine Umgebung, in der Kinder sowohl auf dem Spielplatz als auch im Wald spielen können. In Klein Berkel gibt es auch eine Grundschule und zudem eine eigene Sporthalle. Rund um den Märchengrund wird es richtig lebendig: Spielplatz, Veranstaltungen, Begegnung.

Wohnen zwischen Alt und Neu

Klein Berkel und Wangelist verändern sich. Am Schwarzen Weg entstehen neue Mehrfamilienhäuser. Am Hummebogen wächst ein Neubaugebiet, das zeigt, dass die Nachfrage da ist. Gleichzeitig bleibt vieles, wie es ist: gewachsene Strukturen, Nachbarschaft, alter Dorfkern, wunderschöne Kapelle.

Die Humme selbst verbindet vieles. Sie zieht sich durch mehrere Ortsteile und schafft Wege, die man immer wieder gerne geht – ob zu Fuß oder mit dem Rad.

Einkaufen statt Umwege

Ein großer Pluspunkt beider Ortsteile: die Einkaufsmöglichkeiten. Multimarkt, Elektronikfachhandel, große Märkte rund um die Böcklerstraße, Bäcker – das Angebot ist so gut, dass viele von außerhalb hier einkaufen. Margret Schiemenz aus Klein Berkel kommt gerade zu Fuß vom Einkaufen nach Hause. Sie hat keinen Führerschein und freut sich, dass sie alles gut fußläufig oder mit dem Bus erreichen kann.

Busverbindung gut – hoffentlich bleibt es so

So stabil vieles wirkt, so sensibel ist ein Punkt: der öffentliche Nahverkehr. Die angekündigten Änderungen im Busnetz sorgen für spürbare Unsicherheit. Anne-Brit Gäbel sagt offen, dass eine umständlichere Verbindung für den Schulweg „tatsächlich sehr negativ“ wäre. Auch in Klein Berkel ist das Thema präsent. Margret Schiemenz formuliert es vorsichtig, aber deutlich: „Ich hoffe nur, dass die Busse weiter so fahren und ich ohne Probleme auch direkt in die Stadt fahren kann.“

Es sind keine grundsätzlichen Beschwerden – eher die Sorge, dass ein gut funktionierender Alltag komplizierter werden könnte.

Gemeinschaft, die funktioniert

Große Vereinsstrukturen stehen hier nicht im Vordergrund, aber es gibt sie – und sie funktionieren dank der Menschen, die sich engagieren. Kirchengemeinden, kleinere Angebote, Veranstaltungen am Märchengrund. Anne-Brit Gäbel beschreibt es so, dass solche Initiativen „leben, weil viele Menschen sich kümmern und sie gerne genutzt werden.“

Orts-Check kurz zusammengefasst

Wangelist und Klein Berkel sind keine Ortsteile für große Worte. Eher für verlässliche Lebensqualität. Für kurze Wege, viele Einkaufsmöglichkeiten, eine gute Lage und schnelle Spaziergänge zur Natur. Die Grenzen verschwimmen – zwischen Wangelist, Klein Berkel und Klütsüdhang, zwischen Stadt und Grün, zwischen „mal eben einkaufen“ und „noch kurz mit dem Hund in den Wald“.