Weserbergland (ey). Die stille, leise Zeit entschwindet langsam, sie verflüchtigt sich wie Herbstnebel am Beginn eines neuen Tages, an dem wir den Sonnenschein zwar schon spüren, ihn aber nur nach und nach erblicken können. Nach dem Volkstrauertag folgt nun der Totensonntag, auch als „Ewigkeitssonntag“ bekannt. Wenngleich allüberall die weihnachtlichen Dekorationen, Adventsausstellungen und die Schokonikoläuse in den Supermärkten uns etwas anderes suggerieren, so bleibt doch die Mahnung, diese Gedenktage nicht nur ernst-, sondern vor allem innerlich wahrzunehmen.

Weihnachten kann warten, es läuft nicht weg. Vermutlich wäre weniger Ungeduld auf das Christfest und mehr Einkehr in uns selbst hier dienlich. Wir genössen die Weihnachtszeit umso intensiver, indem wir ihr vor dem Ende des Ewigkeitssonntags nicht zu große Bedeutung beimessen würden. Alles hat seine Zeit. Auch die Ewigkeit, mit der wir diesen Sonntag, der uns jetzt noch bevorsteht, nun verbinden. Evangelischen Christen dient er als Erinnerung an die Verstorbenen, aber erinnern wir uns nicht alle, ob nun religiös oder atheistisch, an liebe Menschen, die von uns gegangen sind? Wir tun es; wenn wir es nicht täten, käme dies einem Werteverfall gleich. Es mag sein, dass wir keinen kirchlichen „Ewigkeitssonntag“ dazu benötigen, aber dass er uns hilft, unsere Erinnerung zu bewahren, wie es der Volkstrauertag in gleicher Weise tut, ist unzweifelhaft.

Darum gilt: Auch dieser Sonntag sollte noch leise sein. Am Montag öffnen dann die vielen Buden auf den Weihnachtsmärkten in Hameln und Bad Pyrmont, dann nehmen wir innerlich Abschied von den stillen Tagen, sind wieder ausgelassener. Dann kommt eine neue Zeit. In Hameln wird der Budenzauber, wie es aus Kreisen der Organisatoren heißt, im Vergleich zu den von Corona schwer beeinflussten Vorjahren, „größer und schöner“. Über 60 Stände bieten ein Kaleidoskop aus Kunsthandwerk, Kurzweil und Lukullischem.

Kunsthandwerk, Kurzweil
und Lukullisches

Kleiner, aber nicht kürzer gefeiert wird der Weihnachtsmarkt in Bad Pyrmont auf dem Brunnenplatz. Bis zum 30. Dezember öffnen die Betreiber ihre Stände (ausgenommen Heiligabend und 1. Weihnachtsfeiertag). Hinzu gesellen sich weitere, schöne Weihnachtsmärkte, quer über das Weserbergland verteilt, die zum Flanieren und Fröhlichsein einladen. Der Adventsmarkt rund um Schloss Hämelschenburg etwa, immer ein Highlight vor toller Kulisse, findet vom 1. bis 3. Dezember statt. Wo es sonst noch so hingeht? Bitte sehr:

Aerzen:

2. und 3. Dezember: Weihnachtsmarkt Groß Berkel (Öffnungszeiten folgen)
9. und 10. Dezember: Weihnachtsmarkt in Aerzen im Innenhof der Domänenburg (Samstag und Sonntag ab 14 Uhr).

Emmerthal:

1. Dezember: Adventsmarkt im Innenhof des Museum Börry, ab 16 Uhr.
1. bis 3. Dezember: Adventsmarkt in Hämelschenburg (Freitag 14 bis 21 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 19 Uhr). Geplant sind einige musikalische Programmpunkte sowie ein Kinderprogramm.
8. bis 10. Dezember: Emmerthal Neue Mitte (Freitag und Samstag14 bis 22 sowie Sonntag 12 bis 18 Uhr)

Bad Pyrmont:

27. November bis 30. Dezember: Weihnachtsmarkt auf dem Brunnenplatz in Bad Pyrmont (Montag bis Donnerstag sowie Sonntag von 11 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag von 11 bis 21 Uhr).

Lügde:

16. und 17. Dezember: Weihnachtsmarkt auf dem Lügder Marktplatz (Samstag und Sonntag 14 bis 19 Uhr).

Bodenwerder:

9. Dezember: Der Baufachmarkt Steinert-Holz lädt von 10 bis 16 Uhr zum Tannenbaummarkt ein. Für die kleinen Besucher hat ebenfalls ab dem 9. Dezember die adventliche Weihnachtsbäckerei geöffnet.
14. bis 16. Dezember: Advent am Münchhausen-Brunnen in Bodenwerder.
16. und 17. Dezember: Adventsbasar „WeihnachtsZauber“ in der Kulturmühle Buchhagen. Geöffnet von 12 bis 18 Uhr.

Coppenbrügge:

2. und 3. Dezember: Weihnachtszauber auf Burg Coppenbrügge (Samstag von 14 bis 21 Uhr, Sonntag von 12 bis 18 Uhr).

Salzhemmendorf:

2. Dezember: Weihnachtsmarkt im Dorfgemeinschaftshaus in Hemmendorf (ab 14 Uhr).
2. Dezember: Adventsmarkt auf dem Kirchplatz in Salzhemmendorf (ab 16 Uhr).
9. Dezember: Weihnachtszauber auf dem Hof Stichnothe in Wallensen (ab 15 Uhr).
9. Dezember: Weihnachtsmarkt am Hüttenstollen, dem Besucherbergwerk und Museum Osterwald (geöffnet von 15 bis 20 Uhr).
9. bis 10. Dezember sowie 16. Bis 17. Dezember: Weihnachtsmarkt auf dem Hof der Mosterei Ockensen in Salzhemmendorf (samstags von 14 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet). Im Angebot sind nicht nur Plätzchen und Glühwein, sondern auch Weihnachtsbäume.

Hameln:

27. November bis 30. Dezember: Hamelner Weihnachtsmarkt (Montag bis Donnerstag 10 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag 10 bis 22 Uhr, Sonntag 11 bis 20 Uhr). Jeden Mittwoch und Samstag kommt der Weihnachtsmann zu Besuch.

Hessisch Oldendorf:

9. und 10. Dezember: Weihnachtszauber im Stift Fischbeck, Samstag 14 bis 18 Uhr und Sonntag 12 bis 18 Uhr.