Von Meike Schaper
Heimlich, still und leise sollte es geschehen. Ich schlich die Stufen zur zweiten Etage hoch, lauschte, blickte vorsichtig um die Ecke – die Luft war rein! Schnell hin zum Süßigkeitenautomaten, bevor noch jemand kommt!
Kleingeld rein, Schokoriegel gewählt, die Vorrichtung des Fachs drehte sich verheißungsvoll. Aber statt des erlösenden „Plumps“, mit dem die süße Köstlichkeit normalerweise auf die untere Ebene fällt, den Ausgang quasi, passierte – nichts. Der Riegel hing auf halb acht, gefangen in seinem Regal, das ihn nicht loslassen wollte. Und nun?
Rütteln! Gar nicht mal so einfach bei einem zwei Meter hohen Gerät… Etwas mehr Kraft aufwenden – es rührte sich immer noch nichts. Schließlich kam ein Kollege den Flur entlang und versuchte mich (und den Schokoriegel) aus der Bredouille zu befreien, nahm alle seine Kräfte zusammen, packte den Automaten an seiner empfindlichsten Stelle und kippte ihn leicht. Zack – Schoki war frei! Jubel!
Aber mittlerweile war so viel Zeit vergangen, dass sich die Sicherheitsebene über den „Ausgang“ ausgefahren hatte. Nun lag der Riegel dort beziehungsweise liegt er. Ich habe das Zeichen verstanden: keine Schoki heute für Dich!