Mit dem neuen Format „Orts-Check“ rückt der HALLO die Ortsteile von Gemeinden und Städten im Landkreis Hameln-Pyrmont stärker in den Mittelpunkt, die den Alltag vieler Menschen prägen. Wir fragen persönlich nach: Was macht diese Ortsteile eigentlich aus? Der Ortscheck will nicht bewerten, sondern entdecken, manchmal auch mit einem Augenzwinkern und immer ehrlich. Er lädt dazu ein, Bekanntes neu zu sehen und Selbstverständliches wertzuschätzen. Zum Auftakt führt der Weg von Hamelns Nordstadt hinauf zu den Sünteldörfern. Begleitet wird der Rundgang unserer HALLO- Orts-Checkerin Inga Symann von Leyla, ihrer Laika-Hündin mit roter Leine und einem unbestechlichen Gespür für gute Wege, nette Menschen und schöne Plätze, die gut riechen.
Hameln-Nordstadt / Sünteldörfer. In Hamelns Nordstadt läuft der Alltag zügig durch. Viele Wege sind kurz: zum Einkaufen, zur Schule, zur Sporthalle, zur Haltestelle. Gleichzeitig ist die Nordstadt kein reines Durchlaufprogramm, sondern ein buntes Quartier mit schönen Ecken, die man manchmal erst bei genauerem Hinschauen entdecken kann.
Buntes Quartier mit schönen Ecken
Hier kommt Leyla ins Spiel. Ihre Lieblingsplätze stehen in keinem Stadtplan, sondern sind Rasenflächen zwischen den Häusern, Wege mit Nähe zum Wald und Strecken, die neben den großen Hauptstraßen plötzlich Ruhe bringen. Und wie an so vielen anderen Orten gilt auch in der Nordstadt: Ein freundlicher Gruß wirkt Wunder. Besonders dann, wenn der Hund ihn schon mit einem Schwanzwedeln ankündigt.

Eine Bewohnerin der Nordstadt bringt das Nordstadtleben auf den Punkt: „Ich finde es hier super, weil eigentlich alles da ist – Einkaufsmöglichkeiten, kurze Wege, der Weserradweg vor der Tür und neue Quartiere wie der Bailey Park.“ Die Nordstadt wächst. Einziger Wermutstropfen sei bis heute das noch nicht richtig genutzte Upnor-Gelände und die nie umgesetzte Beachbar „“… die fehlt hier wirklich“. Weiter sagt sie, dass aber auch nicht alles reibungslos laufe. Die Straßensperrung in der Goethestraße zum Beispiel sorgt für viele Nordstädtler für deutlich längere Wege, Wartezeiten und spürbar mehr Verkehr auf Ausweichstrecken. Auch das gehört zur ehrlichen Betrachtung dazu: Wo sich Quartiere entwickeln, entstehen neue Chancen – aber auch neue Herausforderungen.
Ein „klitzekleines“ Stück bergauf und einige Kilometer weiter – zwischen Wald, Wiesen und Weitblick, erreicht man die Sünteldörfer Holtensen, Unsen und Welliehausen. Drei Orte, die nah beieinanderliegen und doch ihren ganz eigenen Ton haben: Holtensen wirkt wie das Tor zum Süntel: gewachsen, bodenständig, aktiv. Welliehausen schließt sich ruhiger an, überschaubar und etwas zurückgenommen. Unsen bringt mit viel Grün eine eigene Leichtigkeit mit. Gemeinsam bilden sie einen Raum, in dem man sich gerne bewegt – zu Fuß, mit Hund oder wie auch immer.

Das Miteinander verbindet Generationen
Ein verbindendes Element ist hier das Miteinander. Vereine, Feuerwehr und persönliche Kontakte halten den Alltag zusammen. Gleichzeitig ist nicht jeder ständig überall dabei. Und das macht es aus. Sonja Müller aus Welliehausen beschreibt es so: „Ich schätze das Heimelige und leicht Verschlafene, die vielen Familien und vor allem die Nähe zur Natur. Direkt vor der Haustür hat man Berge, der Blick geht ins Grüne, nachts sieht man hier den Sternenhimmel. Man kann schnell in die Stadt fahren, muss es aber nicht. Hier habe ich genau die Freiheit, die den Ort ausmacht.“
Folgen wir weiter der roten Leine von und mit Leyla, führen die Wege zwangsläufig über Waldpfade, an Feldrändern entlang und über den ein oder anderen steileren Anstieg (wir sind schließlich im Weserbergland). Bis zum Süntelturm geht es Schritt für Schritt – und oben angekommen wird klar: Der Weg hat sich gelohnt. Aussicht, Ruhe und das gute Gefühl, angekommen zu sein. Im Winter kann man hier herrlich Schlitten fahren. Und demnächst kann man hier wieder wunderbar einkehren. In den vergangenen Jahren kam ein weiteres Highlight hinzu: das Freibad in Unsen, das mithilfe einer Traglufthalle auch in der kalten Jahreszeit nutzbar war. Keine blinden Fliegen, dafür herrlich warmes Wasser. Im Sommer ist das Bad Treffpunkt, Gesprächsort und fester Bestandteil der Freizeitaktivitäten. Für Leyla zwar kein Ziel – Wasser findet sie grundsätzlich blöd –, aber für Familien ein klarer Tipp. Ach so … und wenn jetzt wieder auf dem 170 Hektar großen Naturschutzgebiet Schweineberg die Märzenbecher blühen, ist das auch ohne Hund einen ausgiebigen Spaziergang wert. Die Ranger führen durch die Blütenpracht und passen außerdem auf, dass alle Blumen dort bleiben, wo sie hingehören.
