Mit der roten Leine durch das Weserbergland. Heute: Bodenwerder, Kemnade, Hehlen, Rühle, Halle, Linse, Kirchbrak, Westerbrak, Pegestorf, Hohe, Brökeln.
Mit dem neuen Format „Orts-Check“ rückt HALLO die Ortsteile im Landkreis Hameln-Pyrmont in den Mittelpunkt, die den Alltag vieler Menschen prägen. Wir fragen persönlich nach: Was macht diese Ortsteile eigentlich aus? Der Ortscheck will nicht bewerten, sondern entdecken, manchmal auch mit einem Augenzwinkern und immer ehrlich. Er lädt dazu ein, Bekanntes neu zu sehen und Selbstverständliches wertzuschätzen. Inga Symann und Laika-Hündin Leyla sind wieder unterwegs. Diesmal ist klar: Dieser Orts-Check zieht sich über die Weite. Hehlen, Kemnade, Bodenwerder, Linse, Halle, Kirchbrak, Westerbrak, Brökeln, Hohe, Pegestorf und Rühle liegen nicht einfach hintereinander. Dazwischen liegen Kurven, Felder, Höhenzüge, die Weser. An diesem Tag führt auch noch eine Umleitung nach Pegestorf über die Ottensteiner Hochebene. Schön ist es hier trotzdem. Leyla nimmt es gelassen: Rote Leine dran, Nase runter und los geht’s.

Bodenwerder und Kemnade
Bodenwerder ist der große Name dieser Runde. Die Münchhausenstadt mit Weserpromenade, Museum, Sommerrodelbahn, Fachwerk und Ausflugsgefühl. Die neue Weserpromenade ist wirklich hübsch und lädt mit Blick auf den Fluss zum Verweilen ein. Hier ist mehr Betrieb als in den kleineren Orten drumherum. Und doch bleibt es überschaubar. Über die Brücke führt der Weg in die Wohngebiete am Berg. Hier treffen wir Thomas Göbert, der schon immer in Bodenwerder wohnt. Er kennt hier viele und viele kennen ihn. Nähe ist kein Schlagwort, sondern Alltag: „Die meisten Freunde wohnen in der Nähe – eigentlich ist die Stadt wie ein kleines Dorf“, schwärmt er. Auch die Umgebung ist für ihn ein Highlight. In nur wenigen Gehminuten ist man im Wald. Auch viele Touristen schätzen diese Lage, in der man viele Möglichkeiten hat. „Oben auf dem Kamm, im Wald“, erzählt Göbert, „hört man irgendwann nichts mehr vom Lärm der Straßen … das ist einfach unfassbar schön.“

Doch gleichzeitig hat Bodenwerder auch noch eine andere Seite. Die eine: Natur, Weser, Wanderwege, gute Auslastung im Tourismus. Die andere nennt Göbert auch: „Vor allem die geplante Schulschließung sorgt hier für viel Frust und Unsicherheit.“
Kemnade liegt gleich neben Bodenwerden und wirkt ganz anders. Viele Märkte, Geschäfte und kleinere Unternehmen. Biegt man aber in die kleinen Straßen ab, findet man echte Überraschungen. Eines davon ist das Haus mit der Schleife. Laut Website handelt es sich um den ehemaligen Tackeschen Hof von 1628 – heute ein Ort der Gastronomie, des Kunsthandwerks und der Mode.
Hehlen, Hohe, Brökeln, Pegesdorf, Rühle
Auch Hehlen kennt man hauptsächlich von der Durchreise. Bundestraße, die Weser ist nah, das Kalkwerk oder Heller sind hier bekannt. Doch wenn man in die ruhigen Nebenstraßen abbiegt, zeigt sich Hehlen von einer ganz anderen Seite. Hier gibt es viel Wasser, hübsche Häuser, eine alte Kirche und natürlich auch das Schloss. Alles ist ordentlich und adrett. Direkt an der Weser gelegen mit der Brücke Richtung Daspe hat Hehlen auch sonst ziemlich viel zu bieten: Nahversorger, Vereinsleben, Feuerwehr, Grundschule … alles da.

Ein bisschen weiter den Berg hoch liegen Hohe und Brökeln. Beide Orte wirken klein, still und sehr dörflich. Es gibt einen Fußballplatz samt Verein, eine aktive Ortsfeuerwehr und in Hohe eine über 750 Jahre alte Kirche. Es ist zwar abgelegen, aber wirklich hübsch hier.

Die Weiterfahrt nach Pegestorf gestaltet sich als überraschende Reise über die Ottensteiner Hochebene. Die direkte Straße und somit die kürzeste Strecke ist gesperrt, sodass die fantastisch neu geteerte Route Richtung Ottenstein genutzt werden darf. Einige Höhenmeter geht es nach oben, um von dort eine wirklich schöne Sicht auf die Weser zu genießen. Über die Steinmühle geht es nun aber endlich nach Pegestorf. Und hier ist die Weser wieder ganz nah. Es gibt Hühner, eine Galerie, Kirche und einen wunderschönen Blick auf das gegenüberliegende Örtchen Rühle. Es liegt zwischen Weser und Vogler und ist berühmt für die Kirschblüte in der Rühler Schweiz, für die hübschen Fachwerkhäuser, die kleine St. Michaelis Kirche und die Grillhütte, auf der tolle Partys gefeiert werden können. Alles in allem viel Grün, viel Blick, viel Ruhe – Leyla würde bleiben.

Linse, Halle, Kirchbrak, Westerbrak
Weiter geht der Check Richtung Linse. Klein, fein, hübsche Kirche, direkt an der Lenne gelegen. Ein kleiner Ort am Hang, der diese typische Weserbergland-Mischung mit Wasser, Straße, Hang und Dorf ausmacht.

Halle ist dagegen deutlich größer. Tankstelle und ein absolutes Highlight: der Thai-Imbiss. Natürlich gibt es noch mehr, wie zum Beispiel die St. Petri Kirche oder das alljährliche Spanferkelessen. Alltag, Gemeinschaft, Veranstaltungen – in Halle, zwischen Ith und Vogler, ist einiges los.

Kirchbrak nennt sich selbst „Perle am Vogler“. Der Ort liegt am Rand des Voglers, an der Lenne, mit Westerbrak und dem dazugehörigen Rittergut gleich nebenan. Es gibt viel Engagement in Kirchbrak mit Arztpraxis, freier Grundschule, Kita, Vereinen und viel Natur. Hier wohnen Menschen nicht zufällig. Hier kennt man Wege, Nachbarn und deren Einsatz. Schon lebenswert hier … findet übrigens auch Leyla.
Orts-Check kurz zusammengefasst
Am Ende bleibt: viel Strecke, viel Weser, viel Landschaft und viel Engagement. Nicht jeder Ort hat Laden, Café oder große Ziele. Muss auch nicht sein. Manche Orte bestechen einfach durch Höfe, Gärten und die Menschen, die es dort lebenswert machen.
