Mit der roten Leine durch das Weserbergland. Heute: Bensen, Haddessen, Höfingen, Pötzen, Großenwieden, Kleinenwieden, Hemeringen, Lachem, Friedrichsburg, Friedrichshagen, Fuhlen, Heßlingen, Rumbeck
Mit dem Format „Orts-Check“ rückt HALLO die Ortsteile im Landkreis Hameln-Pyrmont in den Mittelpunkt, die den Alltag vieler Menschen prägen. Wir fragen persönlich nach: Was macht diese Ortsteile eigentlich aus? Der Ortscheck will nicht bewerten, sondern entdecken, manchmal auch mit einem Augenzwinkern und immer ehrlich. Er lädt dazu ein, Bekanntes neu zu sehen und Selbstverständliches wertzuschätzen. Orts-Checkerin Inga Symann und Laika-Hündin Leylas sind ein letztes Mal unterwegs, um die Ortschaften im Landkreis zu erkunden. Diesmal geht es – wie schon häufiger – auf einer Weserseite los und endet auf der anderen. Erkundet werden Pötzen, Bensen, Haddessen und Höfingen sowie Großenwieden, Kleinenwieden, Rumbeck, Heßlingen, Fuhlen, Hemeringen, Friedrichshagen, Friedrichsburg und Hemeringen.
Der letzte Orts-Check: Ein bisschen wehmütig, aber trotzdem voller Tatendrang und Neugier machen sich die beiden Orts-Checkerinnen mit gut gefülltem Tank auf den Weg. Es geht quer durch viel Landschaft, viel Weser, viel Landwirtschaft mit Wiesen und Wald.
Pötzen, Bensen, Haddessen und Höfingen
Auf der ersten Etappe des Checks liegen die Orte noch nah beieinander. Ein bisschen bergauf, ein bisschen bergab, viele kurvige Straßen und Feldwege. Pötzen hat diesen einen Orientierungspunkt, den offenbar alle kennen: das Möbelhaus gleich am Ortseingang. Aber in diesem Ort gibt es noch viel mehr als schöne Möbel. In unmittelbarer Nähe der Pötzer Landwehr befindet sich der ehemalige Standortübungsplatz Pötzen, der heute als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Es gibt Hofverkauf und Kindheitserinnerungen, Wald, Felder, Spielplatz und Schlittenhänge. Außerdem gibt es einen Pferdehof und in unmittelbarer Nachbarschaft sogar zwei Esel. Eine Bewohnerin, die gerade mit ihrer Familie zurück nach Pötzen gezogen ist, sagt: „Meine Familie wohnt hier und ich fühle mich hier sehr wohl.“ Und dann erzählt sie von den Kindern, vom Wald und von den Eseln in der Nachbarschaft. Leyla findet Esel auch interessant – die Esel umgekehrt aber Leyla nicht.

Friedenseiche in Bensen

Hofverkauf in Pötzen

Neben Eseln und Pferden auch Nashörner in Pötzen
Haddessen ist mit dem Süntelbad ein echter Sommerort. Nicht riesig, nicht schickimicki, sondern Freibad mit Liegewiese, Kiosk und Schattenbäumen. Edelgard Winter trifft sich gerade mit ihrer Freundin Heidrun Wallbaum, um einer Trauung von Verwandten beizuwohnen. Beide nehmen sich gerne einen Moment Zeit, um über ihren Ort zu sprechen. Edelgart Winter ist hier geboren – und geblieben. Warum? „Ich fühle mich hier pudelwohl.“ Mehr muss ein Ort eigentlich nicht schaffen. Sie erzählt von Feuerwehr, Turnclub, Dorfgemeinschaft und davon, dass immer etwas los sei. Heidrun Wallbaum wohnt seit mehr als 30 Jahren hier. Sie ist hier zur begeisterten Schwimmerin geworden und nennt als Highlights noch die schöne Kita und erwähnt das Eierbacken zum 1. Mai, das über den Ort hinaus bekannt ist. Auch ihre Kinder kommen immer wieder gerne in die Heimat. „Hier ist es so ruhig und schön … und man kann so gut schlafen“, schmunzelt sie über die Schwärmerei der Kinder.

Edelgart Winter (re), Heidrun Wallbaum (li)
Nächster Halt ist Bensen. Es fügt sich gut in das Idyll ein: ruhig, grün, hübsche Häusern und viel Natur. Endlich sieht Leyla auch mal wieder Kühe. Da diese aber entspannt ruhen, hat sie keine Chance zu einer lustigen Jagd. Höfingen hat etwas, das nicht viele Dörfer von sich behaupten können: einen der bekanntesten Champion-Standorte in Deutschlands. Was vor vielen Jahren mit ein paar Pilzkulturen auf einem Bauernhof begann, ist heute ein großer Arbeitgeber der Region. Beim Durchfahren des Dorfes stößt man immer wieder auf große Hallen und landwirtschaftliche Betriebsflächen. Zum Ortsteil gehören auch die kleinen Ansiedlungen Texas und Mexico. Das klingt zunächst wie ein Scherz, ist aber tatsächlich so. Man fährt ja schließlich nicht jeden Tag nach Texas.

Höfingen – Texas
Großenwieden und Kleinenwieden: Weserblick mit Fährenpause
Dann geht es Richtung Weser. Großenwieden und Kleinenwieden liegen dort, wo die Weser ganz nah ist. Eigentlich gehört auch die Weserfähre dazu. Doch momentan ist diese aufgrund einer Grundsanierung gerade nicht da, wo sie sonst Passagiere transportiert. Also steht Leyla an der Weser, guckt auf das Wasser und sucht nach Enten.
Großenwieden ist schnuckelig: Höfe, Gärten und der Blick über den Fluss. Kleinenwieden ist – wie der Name schon sagt – kleiner, aber nicht weniger gemütlich. Die Weser ist hier ohnehin die Grundlage für viel Atmosphäre.

Weserfähre in Großenwieden
Hemeringen und Lachem
Irgendwie gehören diese Orte aufgrund ihrer Lage zusammen. Sie liegen ebenfalls in der Mischung aus Landwirtschaft, Wesernähe und Alltag. Hemeringen ist deutlich größer und hat alles, was man täglich braucht: Bäcker, Schlachter, Nahversorger, Bank. Alles überraschend weitläufig, groß und trotzdem überschaubar.
Lachem dagegen ist deutlich kleiner. Über die Straße hinein, muss man auch wieder hinaus … fast wie in diesem Songtext. Der Grund: Auf der anderen Seite des Ortes liegt die Weser. Es ist wirklich friedlich und idyllisch hier.

Alte Häuser in Lachem
Friedrichsburg, Friedrichshagen, Fuhlen, Heßlingen und Rumbeck: Sonnental im Weserbogen
Die Ortschaften hier im Sonnental liegen verteilt in einer Landschaft, die einiges zu bieten hat: Weser, Waldnähe, Wiesen, Wege, alte Höfe und aus einigen Orten dieser weite Blick ins Weserbergland.

Heßlingen – Dorf der sieben

Pferde in Friedrichshagen
In Friedrichsburg und Friedrichshaben ist es wirklich ruhig. Wobei an diesem Tag eine Kolonne von Oldtimern die Straßen von Friedrichsburg unsicher macht. Fuhlen wirkt durch seine Lage direkt am Kreisel hinter Hessisch Oldendorf näher am Verkehr. Heßlingen dagegen wieder dörflicher und häufig in Feierlaune auf dem Grillplatz. Einst trieb der Heßlinger Bach hier wohl sieben Wassermühlen, daher der Name: Dorf der sieben Mühlen.

Kirchentür – Johannes-der-Täufer-Kirche in Fuhlen

Übersicht Dörfer am Waldrand in Friedrichshagen
Rumbeck ist dann der Ort, an den die Weser wieder besonders nah kommt. Hier liegt das Café Sorgenfrei am Weserbogen. Der Name klingt nach Versprechen. Man kann mit Kaffee und Kuchen in den direkt an der Weser gelegenen Garten gehen und genießen. Vor Ort war es an diesem Tag nicht ganz so sorglos, aber gerade deshalb auch interessant. Ramona wohnt direkt hier im Haus. Sie begegnet den Orts-Checkerinnen sehr aufgeschlossen und freundlich, nennt Rumbeck ihren Erholungsort: „Es ist richtig schön und ruhig hier.“ Sie erzählt von Schwänen, Tieren, Abendkonzerten und dem Gefühl, nach der Arbeit hier aufzutanken. Über das Café sagt sie: „Hier trifft man alle möglichen Menschen.“ Und vielleicht ist das genau der Punkt: Ein Ort muss nicht perfekt sein, um einzelnen gut zu tun.

Blüte in Rumbeck

Floßfahrt auf der Weser in Rumbeck

Café an der Weser in Rumbeck

Ramona
Orts-Check: kurz zusammengefasst
Diese Runde ist nichts für Menschen, die Fußgängerzonen und Einkaufsmöglichkeiten erwarten. Zwischen Süntel und Sonnental gibt es viel Landschaft, viele Höfe, die Weser, Wald, Spielplätze, Tiere und Dörfer, die manchmal mehr zu bieten haben, als man denkt. Haddessen hat das Süntelbad und eine starke Dorfgemeinschaft. Pötzen hat Kindheitserinnerungen und Esel. Höfingen hat Pilze, Großen- und Kleinenwieden die Weser … auch ohne Fähre. Hemeringen und Lachem leben nah beieinander. Und Rumbeck hat einen Ort, an dem man sitzen, schauen und ein bisschen überlegen kann, ob man wirklich sorgenfrei ist.
Leyla fand die Runde gut. Und übrigens auch die vorherigen 15 Orts-Check-Runden. Alle waren besonders und haben Orte gezeigt, die man wirklich als liebens- und lebenswert neu kennenlernen konnte. Danke an alle Menschen, die begleitet, ihre Heimat vorgestellt, Fragen beantwortet und ein freundliches Wort für die Orts-Checkerinnen Inga Symann und Leyla hatten.
