Hameln (ul). Anlass zur Nachfrage für besorgte Bürger boten in dieser Woche vier Schlauchboote auf der Weser in Hameln. Jeweils vier bis sechs Männer in Uniform bewegten ihre schwarzen Fahrzeuge mit Außenmotor zunächst zum Anleger am Kulturzentrum Sumpfblume, wo sie die Boote schließlich zu Wasser ließen. Wird hier etwa für den Ernstfall geprobt? – Manchem Passanten ging diese Frage aufgrund des Kriegs in der Ukraine in der Tat durch den Kopf. Für sorgenvolle Mienen am Ufer gab es aber keinen Anlass. Es ging schlicht und ergreifend um einen Führerschein …

Nach ausgiebiger Pause in einer Gaststätte am Ufer der Weser bestiegen die rund 20 Soldaten ihre Schlauchboote mit Nachtfahrbeleuchtung, die als großer Stab an den Booten erkennbar ist, und schipperten durch die Schleuse weseraufwärts. Lässig saßen oder gar lagen die Soldaten in ihren Booten. Die Presseabteilung der Bundeswehr Niedersachsen in Hannover wusste von nichts. Übungen werden bei ihnen für gewöhnlich angemeldet. „Es könnte sich um eine Abschiedsfeier handeln“, meinte Presseoffizier Jürgen Engelhardt.

Auch André Burdich von der Presseabteilung des Pionierbrückenbataillons 130 in Minden in Nordrhein-Westfalen war irritiert. Aber so viel war ihm klar: Schlauchboote mit Nachtfahrbeleuchtung haben die Mindener nicht. So verwies er auf die Nachfrage bei seinen Kollegen in Holzminden. Wie schön, dass die Soldaten den sonnigen Ausflug auf der Weser fernab der kriegerischen Angriffe in der Ukraine ganz offensichtlich genießen konnten. Im Rahmen ihrer Ausbildung zum Erwerb des „Betriebsberechtigungsscheins Schlauchboot mit Außenbordantrieb“ handelte es sich um eine geradezu banale Streckenfahrt von Holzminden bis nach Hameln. Das bestätigte Hauptmann Michael Grote, nebenamtlicher Presseoffizier der Pressestelle vom Panzerbataillon 1 aus Holzminden.