Von Meike Schaper

Manchmal vermisse ich meine ehemaligen Kollegen schon sehr. Nach über 20 Jahren hier im Verlag habe ich einige kommen und gehen sehen. Und mit „Longi“ (eigentlich hieß sie Nadine …) passierten immer die lustigsten Begebenheiten. Diese drehten sich zumeist um das Thema Essen. Wie konnte das nur passieren?

So begab es sich vor vielen, vielen Jahren, dass wir in der Mittagspause einmal wieder auf Nahrungssuche gingen und beim Asiaten in der Hamelner Stadt-Galerie (damals gab es nur einen) einen Stopp einlegten. Dabei stießen wir auf kuriose Wörter auf der Speisekarte: pikanter zum Beispiel! Diese geheimnisvolle Zutat fand sich in mehreren Gerichten wieder, gern auch kombiniert mit „geschnackt verstärkter“. Das wurde unser Lieblingsspruch. „Was wollen wir heute essen?“ – „Ach, ich könnte mal wieder auf pikanter!“

Klar ahnten wir, worum es sich handelte. Lustig war es trotzdem – und ja auch irgendwie niedlich. Deutsch ist eben eine schwere Sprache! Meine weiteren Favoriten in Sachen unglückliche Übersetzungen auf Menükarten: „Kartoffeln gerunzelt“, „Gegrillte Kinder vom Tintenfisch“, „Damm ab Kabine“, „Octopus ertrunken auf der Insel“, „Veganer Eierkuchen (schmeckt nicht)“, „Bohne mit dumm“ oder auch „Frechheit brot durchwachse“.

Wir Kollegen waren und sind aber auch nicht besser. So sagte „Longi“ eines Tages zu einem damaligen Auszubildenden: „Und wenn du nicht mehr weiter weißt, machst du hier ein Häufchen hin – das mach‘ ich auch immer so!“ – Man sollte es nicht glauben, aber der Azubi ist geblieben und gehört nun seit Jahren zum festen Mitarbeiterstamm! Darauf ein „Bambi Goreng“ – Mahlzeit!