Schwalenberg. Johannes Brus ist ein Wanderer zwischen den Welten, ihren mystischen und psychologischen Kräften. Durch das jedem Material innewohnende Wesen gelingt das Sichtbarmachen dieses Unsichtbaren. Die teilweise monumentalen Betonguss-Skulpturen sind eng verbundenen mit seinen fotografischen Arbeiten – in der Dunkelkammer modulierte Konstruktionen, in denen der skulpturale Gedanke angelegt ist. Der Künstler zeigt seine Fotografien und Skulpturen jetzt im Robert Koepke Haus in Schwalenberg. Die Ausstellung mit dem Titel „ Palimpsest II“ wird Sonntag, 4. Juli, eröffnet und wird bis 5. September zu sehen sein.

Durch chemisch-physikalische Veränderungen im Entwicklungsverfahren, durch Nachkolorierung, Überblendung und Montage verfremdet Brus das Bild einer „realen Welt“ und eröffnet einen neuen Kosmos. Die Ausstellung „Palimpsest II“ nimmt die Besucher mit in diese geheimnisvollen Sphären. „Anteil nehmen aus der Ferne, wie jener Beobachter, der, von einem anderen Stern den Raum und die Zeiten überbrückend, auf Menschen, Tiere und Zivilisationen schaut. (Dirk Teuber)“

Johannes Brus studierte von 1954 bis 1971 an der Kunstakademie Düsseldorf und erhielt in den nachfolgenden Jahren eine Vielzahl an Kunstpreisen, wie den Kunstpreis Villa Romana, Florenz (1979), Defet-Preis des Deutschen Künstlerbundes (1982) und das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, Bonn (1983). In den Jahren von 1986 bis 2007 hielt er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig inne. Seine Fotografien und Skulpturen sind in zahlreichen öffentlichen nationalen und internationalen Sammlungen wie der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, dem Museum Kunstpalast Düsseldorf, dem Kunstpalais Erlangen, dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen und dem Museum of Modern Art, San Francisco, USA, vertreten.

Das Robert Koepke Haus ist dienstags bis sonntags von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; die Corona bedingten Abstandsregeln sind aber zu beachten – ebenso wie das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes.