Weserbergland. Die mit dem Corona-Virus verbundenen Ängste und Einschränkungen stellen für an Depression erkrankte Menschen große Herausforderungen dar. Denn: In einer Depression wird alles Negative im Leben vergrößert wahrgenommen und ins Zentrum gerückt, so auch die Sorgen und Ängste wegen des Corona-Virus. Betroffene können jedoch gegensteuern. Hier einige Hinweise:

  • Struktur: Strukturieren Sie Ihren Tag und Ihre Woche im Vorfeld. Vom morgendlichen Aufstehen, Arbeits- oder Lernzeiten, Mahlzeiten bis hin zu schönen Dingen, wie lesen, Serie schauen, Balkon bepflanzen, Yoga, Entspannungsübungen.
  • Bleiben Sie aktiv! Eine Runde Joggen oder mit dem Fahrrad fahren wirken Wunder.
  • Kontakte: Wenn Sie im Homeoffice sind oder gar in Quarantäne, verabreden Sie sich mit Freunden und Familie zum Telefonieren. Auch Chats oder Onlineforen helfen gegen die Einsamkeit.
  • Schlaf: Sie fühlen sich erschöpft und neigen dazu, sich ins Bett zurückzuziehen? Dies führt allerdings eher zu einer Zunahme des Erschöpfungsgefühls und der Depressionsschwere. Deshalb empfehlen wir, nicht früher ins Bett zu gehen oder sich tagsüber hinzulegen. Eine feste Tagesstruktur kann dabei helfen.
  • Therapie: Auch während der bundesweiten Kontaktsperre können Sie in Ihre psychotherapeutische Praxis gehen. Die Besuche dort fallen unter die Regelungen zum „Arztbesuch“ und Psychotherapie ist eine „notwendige medizinische Leistung“. Falls Sie zum Beispiel aufgrund einer Quarantäne nicht zu Ihrem Psychotherapeuten gehen können, bieten viele Praxen inzwischen Video-Sprechstunden an. Fragen Sie bei Ihrem Therapeuten nach, ob das möglich ist.
  • Seriöse Informationen: Fakten mindern Ängste. Nutzen Sie seriöse Quellen, um sich zu informieren (Robert-Koch-Institut, BzgA) und checken Sie die Nachrichten nur so oft, wie es Ihnen guttut.
  • Hilfe: Sprechen Sie mit anderen über Ihre Sorgen und Ängste, zum Beispiel mit der Telefonseelsorge unter (08 00) 1 11 01 11 oder (08 00) 1 11 02 22. Hausärzte, Fachärzte und psychiatrische Kliniken sind nach wie vor geöffnet. Scheuen Sie sich nicht in Krisen nach Hilfe zu fragen.

Weitere telefonische beziehungsweise digitale Unterstützungsangebote für psychisch erkrankte Menschen:

  • Fachlich moderiertes Online-Forum zum Erfahrungsaustausch diskussionsforum-depression.de
  • Deutschlandweites Info-Telefon Depression: (08 00) 3 34 45 33 (kostenfrei)
  • Telefonseelsorge: (08 00) 1 11 01 11 oder (08 00) 1 11 02 22 (kostenfrei)
  • E-Mail-Beratung für junge Menschen: u25-deutschland.de oder www.jugendnotmail.de