Hameln/Bad Pyrmont. Die großen Plakate mit der Ankündigung der Landpartie Bad Pyrmont für die Zeit vom 3. bis 6. September waren bereits aufgestellt. Jetzt zieht der Landpartie-Veranstalter Rainer Timpe die Ankündigung zurück: „Die Auflagen, die uns von der Stadt Bad Pyrmont und dem Landkreis für die Durchführung dieser Gartenmesse gemacht wurden, machen es unmöglich, dieses Festival der Sinne im gewohnten Stil zu veranstalten.“ Die Absage erfolgt in Absprache mit dem stellvertretenden Kurdirektor André Schubert und der Veranstaltungsleiterin des Staatsbades, Silke Schauer.

Timpe war aufgrund der Corona-Krise verpflichtet worden, die Zahl der Besucher auf täglich 3000 Menschen zu begrenzen und sie dabei auf jeweils zwei Zeitblöcke von vier Stunden aufzuteilen. Damit wäre die in den vergangenen Jahren erreichte Besucherzahl mindestens halbiert worden, wie Timpe erklärt. Außerdem hätten die Besucher außer im Gastronomiebereich ständig Mund- und Nasenschutz tragen sollen. „Das hätte den Charakter der Landpartie als eine Muße- und Genussveranstaltung völlig zerstört“, bedauert Timpe. „So wollen wir eine Landpartie nicht durchführen.“

Die Auflagen und Einschränkungen machen es auch aus Sicht vieler Aussteller nicht möglich, die mit der Messe verbundenen wirtschaftlichen Risiken zu tragen. „Uns wird untersagt, Besuchern die Verkostung von Produkten an unseren Ständen zu ermöglichen. Damit können wir viele unserer Produkte nicht verkaufen und würden am Ende auf unseren Kosten sitzen bleiben. Das ist ein Risiko, das uns Ausstellern nicht zuzumuten ist.“

Timpe hatte nach eigener Darstellung noch erwogen, gegen die Auflagen beim Verwaltungsgericht Hannover zu klagen und die Angemessenheit der Auflagen gerichtlich überprüfen zu lassen. Letztlich habe er aber von dieser Absicht Abstand genommen, erklärt Timpe, weil er die Gefahr sehe, dass die Veranstaltung bei einer neuerlichen Verschärfung der Corona-Krise unter Umständen auch einen Tag vor der Eröffnung der Landpartie noch untersagt werden könnte, wie ihm das bei der Messe „haus & energie“ Mitte März in Minden passiert sei. „Damit hätte wir als Messeveranstalter ein zu hohes Ausfallrisiko, denn den von uns geplanten Werbe- und Marketingmaßnahmen stünden im Ernstfall keine Einnahmen durch den Ticket-Verkauf gegenüber.“

Timpe hofft jetzt darauf, dass sich die Lage um das Infektionsrisiko mit dem Corona-Virus im kommenden Jahr entspannt und die von ihm und dem Staatsbad für die Zeit vom 29. April bis zum 2. Mai 2021 geplante Landpartie im gewohnten Stil durchgeführt werden kann.