Songs, deren intensive Kraft dem Schlechtwetterhimmel sein Grau auf Blau trimmen, sind mir die liebsten. „Oh my love“ gehört in diese Kategorie. Eine federnd leichte Melodie; nur ein kleiner Schritt in Rea Garveys teilweise effektvollem Songwriting, aber ein großer für jedes Herz, das er damit zu erfassen in der Lage ist.

Es dürften Millionen sein, die das Frischverliebtsein in den Schwingungen dieser simplen Harmonien wieder spüren, die da aus ein paar wenigen Instrumenten und frischem Gesang in uns fröhlich hineinrauschen, wie die Wellen wilder See im Sommerurlaub unsere sonnengebräunte Haut umspülen. Es hat etwas Befreiendes, dieses Lied, obwohl es um innigste Verbundenheit zueinander geht, und ja, ich spür‘s, das Verliebtsein, seit Jahren und Jahrzehnten, und nun, da Garvey im Duett mit Amy McDonald die Flamme so hochzudrehen weiß, vermag das Temperament der zunächst seidig beginnenden Linie dieser lockerflockigen Uptempo-Nummer die Sterne in unserem tiefsten Inneren deuten zu können.

Weniger subtil erklärt: Wo „Oh my love“ erklingt, wird Liebe (durch)-gezündet. Ich möchte meinen, dass ein Song, der dies erreicht, in seinen Ausmaßen größer, viel, viel größer ist, als es die paar wenigen Akkorde je dokumentieren könnten. Geht eben ums Gefühl, nicht um kunstvolle Geniestreiche. Dazu ist sie da, die populäre Musik. Nichts Verkopftes, alles so wunderhübsch einfach umgesetzt: „Oh my love“ macht nicht nur gute Laune, sondern weiß die ganze, von Leid, Krieg und Verderben malträtierte Welt, wenigstens für dreieinhalb Minuten vorübergehend ein bisschen schöner zu machen. Geht direkt ins Herz. Kommt da nie wieder raus.

Der Refrain ist übrigens denkbar einfach. Mitsingen, fröhlich bleiben:

Oh my love oh my love
Oh my love oh my love
Oh my love …