Hameln / Weserbergland (ey). Katastrophentraining auf und an der Weser: Vier Rettungszüge des DLRG-Landesverbandes Niedersachsen plus Strömungsretterzug und weitere Freiwillige von DRK und Feuerwehr spielten unterschiedliche Szenarien durch. Nahezu 350 Beteiligte übten Hand in Hand den Ernstfall. Angenommen wurde unter anderem ein brennendes Fahrgastschiff auf der Weser sowie eine Pkw-Fahrzeugrettung aus einem Teich. Immer wieder Blaulicht und Sirene: Die Landeseinsatzübung war nicht nur wichtig für alle, die daran teilnahmen, sondern zog auch großes Interesse auf sich.

Interesse, das Hameln-Pyrmonter Einwohner schon vor dem Start dieses besonderen Einsatztages bekundeten, indem sie sich nach einem Aufruf in der Tageszeitung freiwillig als „Komparsen“ zur Verfügung gestellt hatten – irgendwer musste ja schließlich so tun, gerettet zu werden. „Wir sind total begeistert. Zu den ohnehin schon rund 80 Komparsen aus eigenen Reihen hatten sich noch einmal rund 40 gemeldet, und das hat den großen Vorteil, dass Rettungsübungen so noch realistischer durchgeführt werden können, weil keiner von denen überhaupt weiß, wie man eine Rettungsweste richtig anlegt“, so Carsten Rosenbusch vom Presse- und Medienteam. Überhaupt lobte er die Bereitschaft Hamelns, diese Übung stattfinden zu lassen: „Wir haben große Unterstützung erfahren, seitens der Stadt, seitens des Landkreises, seitens der unterschiedlichsten Behörden und nicht zuletzt durch DRK und Feuerwehr. Das ist einfach super hier in Hameln, wir fühlen uns sehr willkommen.“

Und wichtig war’s ohnehin, denn die Kernkompetenz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) liege ja vor allem in der Evakuierung von Menschen in Hochwasserlagen – und Hochwasserlagen könnten hier sehr schnell entstehen. „Die Katastrophe im Ahrtal zeigt, wie schnell sich die Ereignisse überschlagen können“, so Rosenbusch. Starkregenereignisse seien eine Bedrohung, auch oder gerade im Weserbergland, wo das Relief der Landschaft in dieser Hinsicht prädestiniert sei für extreme Hochwasserlagen. Deshalb waren die DLRG-Züge mit allem angerückt, was sie zu bieten haben: schweres Gerät, Rettungsboote, Taucher, Einsatzwagen aller Art und vieles mehr. Denn eines ist sicher: dass nichts wirklich sicher, nichts voraussehbar ist in einer Extremwetterlage beziehungsweise in einer extrem herausfordernden Situation.