Mit der roten Leine durch das Weserbergland. Heute: Aerzen, Gellersen, Königsförde, Schwöbber, Grupenhagen, Egge, Posteholz, Flakenholz, Dehmkerbrock, Dehmke, Dehrenberg, Herkendorf, Pessinghausen, Reher, Reinerbeck, Grießem

Mit dem neuen Format „Orts-Check“ rückt HALLO die Ortsteile im Landkreis Hameln-Pyrmont in den Mittelpunkt, die den Alltag vieler Menschen prägen. Wir fragen persönlich nach: Was macht diese Ortsteile eigentlich aus? Der Ortscheck will nicht bewerten, sondern entdecken, manchmal auch mit einem Augenzwinkern und immer ehrlich. Er lädt dazu ein, Bekanntes neu zu sehen und Selbstverständliches wertzuschätzen. Der Weg führt diesmal durch die Orte Aerzen, Gellersen, Königsförde, Schwöbber, Grupenhagen, Egge, Posteholz, Flakenholz, Dehmkerbrock, Dehmke, Dehrenberg, Herkendorf, Pessinghausen, Reher, Reinerbeck und Grießem.

Orts-Checkerin Inga Symann und ihre Laika-Hündin Leyla machen sich auf den Weg und sind überrascht, was sie alles entdecken. Leyla übernimmt die Navigation: Nase runter, die rote Leine gespannt und los geht’s. Ziemlich schnell wird klar, dass es in dieser Gegend nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen und rund um Aerzen mehr zu entdecken gibt, als man vermutet. Zunächst aber gibt es ziemlich viele Kurven, Pferdehöfe und richtig viel Landschaft.

Aerzen als Startpunkt

Hier findet man alles, was man so braucht: Einkaufsmöglichkeiten, Schule, Spielplätze, Kirche, Schwimmbad, Sporthalle, Seniorenstift, große Arbeitgeber und vieles mehr. Alles da und trotzdem ruhig. Von hier aus geht es in die umliegenden Orte und zu den Geschichten, die man sich eher erzählt als sie auf Schilder zu schreiben.

Baumhaushotel

Domaenenburghof

Marienkirche

Zwischen Aerzen und Königsförde

Noch bevor der nächste Ort Königsförde richtig erreicht ist, gibt es schon die erste Geschichte. Hier am Lüningsberg, der kleinen Erhebung zwischen Aerzen und Königsförde haben früher die Zwerge gekegelt … kein Witz – oder vielleicht doch? Der Sage nach sollen die Zwerge in den Bergen wohnen, Schätze hüten und mit goldenen Kugeln kegeln. Leyla jedenfalls hat nichts bemerkt, obwohl ihre Nase zielsicher jede Besonderheit aufspürt.

Königsförde und Schwöbber

Königsförde liegt ruhig an der Humme. Ein Ort, der ganz entspannt und unaufgeregt auf dem Weg nach Schwöbber liegt. Hier wird es dann etwas mondäner. Das Schlosshotel Münchhausen in Schwöbber mit seinem Golfplatz ist so ein Ort, der schon besonders ist. Zwischen gepflegten Fairways und altem Baumbestand liegt hier eine der wenigen Sterne-Küchen der Region. Ein schöner Kontrast zur bodenständigen Umgebung..

Schloss Schwöbber

Grupenhagen, Egge, Flakenholz & Posteholz

Hier kommen die stillen Orte mit Geschichte. Denn rund um Egge und Flakenholz verstecken sich Dinge, die man leicht übersieht: historisch anerkannte Steinzäune. Keine Zäune im klassischen Sinne, sondern alte, kunstvoll geschichtete Feldbegrenzungen – Zeugnisse jahrhundertealter Landwirtschaft. In Flakenholz gibt es zudem den Ruhwald – so ein Wald, der seinem Namen gerecht wird. Still, dicht und ein bisschen mythisch. In Posteholz findet sich das Gut Posteholz am Fuße des kleinen Ortes. Auch wirklich schön und idyllisch, ideal für Wander- oder Fahrradrouten durch das Weserbergland.

Egge

Blick auf Flakenholz

Flakenholz Ruhwald

Posteholz Gut

Dehmkerbrock, Dehmke & Dehrenberg

Die drei D’s – hier prägt die Landwirtschaft alles. Große Höfe, weite Flächen und wenig Schnickschnack. Nichts wirkt inszeniert, Natur und Landwirtschaft sind einfach da. Wer Weite mag, ist hier genau richtig.

Dehmke Wald

Herkendorf hält zusammen

Diesen Ort kennt man eher vom Durchfahren. Intern betitelte als Ober- und Unterdorf ist das Dorf ein bisschen auseinandergezogen. Es gibt keine Kneipen mehr, keinen Dorfladen – dafür aber ein kleines Neubaugebiet, den Pflug als Wahrzeichen und vor allem eine großartige Dorfgemeinschaft. Georg Frondt, zweiter Bürgermeister von Herkendorf, ist zugezogen und fühlte sich von Anfang an wohl und gut aufgenommen. „Unser Dorfgemeinschaftshaus haben wir selbst schön hergerichtet“, erklärt er stolz. „Wir treffen uns regelmäßig und organisieren vieles gemeinsam.“
Etwas oberhalb des Ortes steht eine Bank, die ein beliebtes Ziel für Spaziergänger ist: „Von dort hat man einen wunderbaren Blick über das Dorf und die Gegend“, so Frondt. Und sogar aus Australien gibt es hier Zugezogene – die findet man sicher nicht in jedem Dorf.

Windraeder wie in Australien

Georg Frondt

Wahrzeichen Pflug

Pessinghausen – klein, aber fein

Hinter Herkendorf, ziemlich versteckt, liegt Pessinghausen. Vier Häuser, mehr sind es nicht. Darum kennt man den kleinen Ort wohl auch kaum und muss wissen, dass es ihn gibt, um dort hinzufahren.

Reher & Reinerbeck

Auch hier wieder: viel Natur und vor allem Ruhe. Mit wunderschönen kleinen Fachwerkhäusern und Höfen machen die Orte unsere Strecke komplett.

Reinerbeck

Grießem mit Kurven und Weitblick

Auf der anderen Seite von Aerzen liegt Grießem. Der Grießemer Berg ist bekannt – vor allem bei Motorradfahrern. Kurven, Höhenmeter, Aussicht. Gerade an sonnigen Tagen ist es eine beliebte Strecke. Für die einen Fahrspaß, für die anderen einfach ein Ort mit richtig gutem Blick ins Weserbergland.

Gellersen – vom Hühnerstall zum Proberaum

Am Ende der aktuellen Hunde-Runde liegt der kleine Ort Gellersen. Hier herrscht das Motto“ „Nicht meckern, sondern anpacken.“ Mit nur 170 Einwohnern geht es im Kirschendorf recht aktiv zu, obwohl es auch hier keinen Laden, keine Apotheke oder Schule gibt. Dafür aber Schützenverein, Feuerwehr, Zukunftswerkstatt, Höfeflohmarkt mit bis zu 1000 Besuchern, Dorffrühstück mit 55 Gästen, Partnerstadt, eine Fahrrad-Service-Station für das Großevent Fahrradmarathon, öffentlicher Bücherschrank und sogar moderne Angebote wie das digitale Schwarze Brett am Dorfgemeinschaftshaus. Für jedes neugeborene Kind in Gellersen wird ein Baum gepflanzt. „Damit wollen wir jungen Familien zeigen, wie schön es ist, hier zu wohnen“, so Klaus Nagel, erster Vorsitzender der Zukunftswerksatt e.V. Demnächst kommt sogar ein Filmteam nach Gellersen und dreht für die NDR-Reihe „Yared kommt rum“, in der kleine Orte in Norddeutschland besucht werden … ein bisschen wie der Orts-Check im HALLO.

Schwarzes Brett

Richtig spektakulär wird es aber, als Leyla bei einer Probe der Band Cherry Village dabei sein darf. Eine tolle und vor allem richtig nette Truppe, die in einem ehemaligen und umgebauten Hühnerstall regelmäßig probt, sich als lokale Band etabliert hat und mindestens fünf Auftritte pro Jahr absolviert. Auf die Frage, ob sie vor ihren Gigs nervös sind, antworten die Herren schmunzelnd: „Ach nein. Wir wissen doch, was wir tun – nervös sind wir nicht.“

Cherry Village

Diese Runde zeigt ziemlich deutlich: Wer hier nur durchfährt, verpasst etwas. Die Geschichten liegen nicht auf den ersten Blick bereit. Man muss stehen bleiben. Fragen. Oder einfach Leyla folgen.

Orts-Check: kurz zusammengefasst

Viele kleine Orte, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, aber genau darin ihren Reiz haben. Aerzen und seine Ortsteile leben von Gegensätzen: hier die Sterne-Küche im Schlosshotel Münchhausen in Schwöbber, dort vier Häuser in Pessinghausen. Alte Steinzäune, die Geschichten erzählen, treffen auf neue Ideen wie in Gellersen. Dazwischen: Wälder, Hügel, kurvige Straßen und immer wieder der weite Blick ins Weserbergland. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt nicht das Spektakuläre, sondern das Echte.