Bad Pyrmont. An einem sonnigen Nachmittag besuchte die Kindertrauergruppe des Hospizvereins Bad Pyrmont das Bestattungshaus Webel & Eggert in der Kurstadt. Das Thema dieser Stunde lautete: Wie geht es weiter, wenn jemand gestorben ist, was passiert bis zur Beerdigung und was macht eigentlich ein Bestatter? Hans-Werner Eggert vom Pyrmonter Bestattungshaus zeigte den Kindern und ihren Begleitern nach und nach die verschiedenen Räume seines Hauses. Fragen wie: Sind hier heute auch tote Menschen? Was zieht der Verstorbene denn im Sarg an? Wie kommt man in eine Urne und was ist eine Seebestattung? Warum hat der Leichenwagen eine Gardine, und kann der Sarg auch mit dem Fahrrad transportiert werden?, wurden besprochen. Und wie immer in den Gruppenstunden durfte auch ein Kreativ-Teil nicht fehlen. Warum also nicht mal einen Sarg bemalen?
Mit großem Eifer gestalteten die Kinder und ihre Begleiter sowie die ehrenamtlichen Mitarbeiter einen hellen Fichtensarg mit Schmetterlingen, Blumen, Wolken, Herzen, einem Engel und Handabdrücken. Auch der Leichenwagen wurde mit Gardine aufgemalt.
Beim anschließenden Picknick im Garten waren sich die Mädchen und Jungen alle einig, dass es ein guter Nachmittag war. Das bei dem ein oder anderen am Anfang vorhandene mulmige Gefühl war schnell verschwunden. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die helle und freundliche Raumgestaltung des Pyrmonter Bestattungshauses.
Der bemalte Sarg fand dann auch beim Vortrag „Kinder trauern bunter“ der Kindertrauergruppe im „Stadtraum“ Bad Pyrmont einen Platz. Mehr als 40 interessierte Zuhörer kamen zusammen, um sich über die Trauer von Kindern im unterschiedlichen Alter zu informieren. Die ehrenamtlichen Begleiter berichteten über die vier Trauerphasen nach William Worden, über das Todesverständnis in den einzelnen Altersstufen, über den Ablauf einer Gruppenstunde und den Kreativteil, der jeweils das Thema der Stunde aufgreift und dabei hilft gut miteinander ins Gespräch zu kommen.
Am Ende des Vortrags kamen die Kinder zu Wort, ihre Gründe eine Kindertrauergruppe zu besuchen wurden abgespielt. Es wurde deutlich, dass sie die Gruppe gerne besuchen, weil sie dort Gleichgesinnte treffen und über die Trauer sprechen können, einem Thema, welches in unserer Gesellschaft noch allzu oft zur Sprachlosigkeit führt. Es ist an uns Erwachsenen, den Kindern aufgeschlossen und ehrlich bei diesem Thema zu begegnen.
Mehr Infos zur Arbeit der Kindertrauergruppe gibt es beim Hospiz-Verein Bad Pyrmont unter 05281 / 987716 oder auf der Homepage www.hospizverein-badpyrmont.de.