Bad Pyrmont (mes). Weitere Verzögerungen zeichnen sich im Zuge der Sanierung und Modernisierung des Königin-Luise-Bades (KLB) in Bad Pyrmont ab. Bis Ende vergangenen Jahres sollten die Ausschreibungen für den zweiten Bauabschnitt laufen. Doch die Baumaßnahme musste nun erneut veränderten Vorgaben angepasst werden. Und auch der Kostenrahmen sowie der Termin für die Fertigstellung werden wohl nicht eingehalten werden können.

„Mit der Inbetriebnahme des neuen Therapiebades im Frühjahr 2020 konnte das Staatliche Baumanagement Weser-Leine den ersten Bauabschnitt abschließen“, fasst dessen Leiter, Michael Brassel, zusammen. Jedoch: In einer über einen längeren Zeitraum laufenden Baumaßnahme wie der am Königin-Luise-Bad – mit der Sanierung und Modernisierung wurde bereits 2016 begonnen – sei es erforderlich, die Planungen fortlaufend zu evaluieren. „Das ermöglicht, eine Baumaßnahme so bedarfsgerecht wie möglich umzusetzen und beispielsweise an neue Verordnungen und neue Erkenntnisse zu Therapiebehandlungen anzupassen“, führt Brassel aus.

Raumgrößen müssen verändert werden

Bereits in der Endphase des ersten Bauabschnittes habe das Staatliche Baumanagement begonnen, die der Planung für den zweiten Bauabschnitt zugrunde liegenden Raum- und Flächenbedarfe des Staatsbades zu überprüfen. Dabei habe sich gezeigt, dass sowohl Raumgrößen als auch Betriebs- und Funktionsabläufe in den Therapiebereichen sowie für Trainings- und Seminarräume verändert werden mussten. Und so hat das Staatliche Baumanagement Weser-Leine die Planung für den zweiten Bauabschnitt angepasst. Das führt dazu, dass nach Brassel „die für Ende 2022 vorgesehenen Veröffentlichungen der Bauausschreibungen nicht erfolgen konnten“.

Nachdem im ersten Bauabschnitt das Therapiebad neu, Eingangshalle samt Caféteria und Haupteingang umgebaut sowie weitere Bauteile brandschutztechnisch ertüchtigt und energetisch saniert worden waren, sieht die aktuelle Planung für den zweiten Bauabschnitt vor, im Bestand die Funktionsbereiche Moortherapie, Mineralbadtherapie, CO2-Therapie und ergänzende Krankengymnastik-/ Massageräume unterzubringen und themengerecht zu bündeln. Ein weiterer wichtiger Schritt, den Raum- und Flächenbedarf des Staatsbades zukunftsorientiert auszurichten, sei die Festlegung, das sowohl funktional als auch baulich nicht erhaltenswerte Bestandsbauteil, wo derzeit das bereits außer Betrieb genommene alte Schwimmbad sowie Behandlungs- und Büroräume untergebracht sind, zurückzubauen, sagt Michael Brassel. Geplant sei an dieser Stelle der Neubau eines aus zwei Gebäudeteilen bestehenden, zweigeschossigen Baukörpers, der direkt an das neue Therapiebad anschließt und sich in nördliche Richtung ausdehnt.

Ebenfalls an westlicher Seite des Gesamtgebäudes entstehen im Untergeschoss mit direktem Zugang zum Therapiebecken die neuen Umkleide- und Duschbereiche sowie ein Ruheraum für die Zeit nach den Anwendungen. Im Erdgeschoss werden Gruppentrainingsräume und ein Seminarraum mit den dazugehörigen Umkleide- und Sanitäranlagen untergebracht. Nebenan sollen im Untergeschoss die Büro- und Lagerräume der technischen Mitarbeiter und die Elektrowerkstatt untergebracht sowie im Erdgeschoss der Büro- und Besprechungsbereich für die Verwaltung und die Buchhaltung entstehen.

Von Anfang an wurden die Baumaßnahmen im laufenden Betrieb ausgeführt. Das soll auch im zweiten Bauabschnitt so geschehen. Damit die therapeutischen Anwendungen auch im zweiten Bauabschnitt aufrechterhalten werden können, müssen ausreichend Ersatzflächen zur Verfügung stehen. Daher baut das Staatliche Baumanagement derzeit Räume in zwei im Nordosten gelegenen Gebäudeteilen um und ertüchtigt diese Bereiche auch brandschutztechnisch.

Schwer kalkulierbar

„Hier liegen die Arbeiten im Zeitplan“, unterstreicht Michael Brassel.

Rohstoffmangel, Lieferschwierigkeiten, fehlendes Material und nicht genügend Fachkräfte machten das Bauen schwer und vor allem schwer kalkulierbar, konstatierte Brassel bereits im Sommer 2022. In den vergangenen Monaten scheint sich die Lage wenig erholt zu haben. Im Gegenteil: „Aufgrund der immer noch angespannten Marktlage und der damit verbundenen allgemeinen Baukostensteigerungen können wir Mehrkosten nicht ausschließen.“ Klingt, als ob auch an Kostenrahmen (mittlerweile liegt der bei 23,6 Millionen Euro) und Fertigstellungstermin nicht festgehalten werden kann. Brassel: Und: „Die Terminplanung wird derzeit auf Grundlage der oben genannten geänderten Planungen angepasst.“ Im vergangenen Jahr ging man noch davon aus, dass das KLB Ende 2025 komplett saniert und modernisiert sein würde.