Langenfeld (pj). Im Januar sind sieben Frauen und Männer mit dem umfangreichen Ausbildungskurs zur Höhlen- und Gästeführerin oder Höhlen- und Gästeführer für das natour.NAH.zentrum Schillat-Höhle gestartet. Vom Touristikzentrum Westliches Weserbergland ist zum Kurs eingeladen und dieser auch organisiert worden. Ein halbes Jahr später konnte Hessisch Oldendorfs Bürgermeister Tarik Oenelcin sechs Frauen und Männern das Zertifikat als Höhlen- und Gästeführerin sowie Höhlen- und Gästeführer überreichen und damit mit elf ausgebildeten Kräften die 800 bis eintausend Führungen pro Saison abdecken.
„Das natour.NAH.zentrum Schillat-Höhle hat sich als Schau-Tropfsteinhöhle mit angeschlossenem Wanderinformationszentrum als Top-Ausflugsziel im Weserbergland sowohl für Einheimische als auch für Touristen etabliert“, betonten Bürgermeister Oenelcin und Matthias Gräbner, Geschäftsführer des Zweckverbandes Touristikzentrum Westliches Weserbergland. Führungen durch die Tropfsteinhöhle in 40 Meter Tiefe, verschiedene Erlebnisangebote, Vorträge, Wanderungen durch den Süntel, die hier starten sowie Schillats-Café und Biergarten im Huthaus locken viele Menschen ins Bergdorf.
Die Besichtigung der Ausstellungs- und Besucherhöhle ist nur im Rahmen einer Führung möglich. „Die verschiedenen Führungsangebote ermöglichen eine bessere Erlebbarkeit und Inszenierung der Jahrmillionen Erdgeschichte“, betont Gräbner. Wer mit dem Fahrstuhl die Reise unter Tage antritt, bekommt im aus Stein gewordenen Märchenwald von den Höhlenführerinnen und -führern vieles aus den Bereichen Archäologie, Geologie und Geographie und darauf aufbauend spezielle Fachkenntnisse zu Karst und Höhlenbildung, Paläontologie und Jura und Karstwanderungen vermittelt.
Das alles haben die angehenden Höhlenführerinnen und -führer in den letzten Monaten gelernt. Im vergangenen Jahr hatte sich altersbedingt, aufgrund von Umzügen oder beruflichen Veränderungen ihre Zahl deutlich verringert. Bevor die Neuen selbstständig Gruppen Wissenswertes erzählen, haben sie bei Kolleginnen und Kollegen, die bereits seit vielen Jahren unter Tage tätig sind, hospitiert. Dann ist es für sie soweit gewesen: Die Prüfungsführung sollte starten. „Ich bin ganz schön aufgeregt gewesen“, gestanden sie alle. „Sie haben ihre Sache hervorragend gemacht und bestanden“, erfuhren Hans Müller aus Bad Münder, Saskia Pinnow aus Großenwieden, Anke Steinemann aus Hameln, Christine Schwanhold aus Apelern, Friedrich Wilhelm Becker aus Bensen und Hans-Joachim Stünkel aus Hessisch Oldendorf, als sie die Stalaktiten und Stalagmiten hinter sich gelassen und wieder die Fahrt nach oben angetreten haben.