Hameln (ul). Die HWG (Hamelner Wohnungsbau Gesellschaft GmbH) hatte das Alte Hallenbad in der Hafenstraße 19 bereits vor einem Jahr von Messeveranstalter Rainer Timpe gekauft. Angesichts der großen Nachfrage nach Krippen- und Kitaplätzen (derzeit fehlen 218) will die Stadt Hameln das Gebäude künftig als Kindergarten nutzen und von der HWG mieten. Bleibt die Frage: Wann ist diese Kita bezugsbereit? Denn die Zeit drängt.

Seitens der HWG heißt es dazu: „Derzeit befindet sich das Gebäude noch im Zustand der vorangegangenen Nutzung ‚Veranstaltungszentrum‘. Um- und Ausbauarbeiten haben noch nicht begonnen. Der für die Umnutzung zu stellende Bauantrag wurde der Bauaufsicht gestellt.“ Parallel dazu befinde sich die HWG in der Ausschreibungsphase. Nach Wertung der Angebote wird sie entsprechende Aufträge an die Firmen erteilen. „Der Bauzeitenplan sieht eine Fertigstellung zum Ende des 3. Quartals 2024 mit Übergabe an die Stadt vor“, so Nina Marie Mischek, Assistentin Geschäftsführung HWG.

Neuer Kindergarten im Ada-Lessing-Park

Mit dem Bau des neuen Kindergartens im Ada-Lessing-Park entstehen 130 neue Plätze und mit dem Umbau des Alten Hallenbades zu einem Kindergarten für mindestens vier Gruppen sollte die hohe Nachfrage nach Kita-Plätzen in Hameln im Herbst nächsten Jahres gedeckt sein, könnte man denken. Doch das wird nicht der Fall sein.

Denn es gibt noch andere Baustellen: Das Stadthaus der Altstadtmäuse – seit 104 Jahren dient es als Kindergarten in der Alten Marktstraße 40 – muss renoviert werden. Für die Umbaumaßnahmen müssen die derzeit dort betreuten 115 Kinder woanders untergebracht werden. Es handelt sich um vier Gruppen vormittags und eine Gruppe nachmittags. Die Liste der erforderlichen Baumaßnahmen in dem unter Denkmalschutz stehenden Vorderhaus mit Hinterhaus ist lang, angefangen beim Brandschutz. Auch die Büroräume und Rückzugsräume des Personals unterliegen sicherheitstechnisch nicht mehr den geltenden Standards. Ein Aufzug müsste in das einst geplante Zwischenhaus eingebaut werden, sollte der Dachboden des Vorderhauses weiter genutzt werden – doch der Boden des Dachbodens benötigt ebenfalls eine Erneuerung, was so teuer ist, dass der Rat entschieden hat, den Dachboden stillzulegen und kein Zwischenhaus zu bauen. Auch ein Waschraum als Durchgangsraum für den hinteren Gruppenraum entspricht nicht den Kindergartenstandards von heute. Auch das Treppenhaus muss komplett renoviert werden.

Bei den zahlreichen baulichen Aufgaben heißt es seitens der Stadtverwaltung: „Wir können und werden jetzt noch keine Aussage zum Zeitplan treffen.“
So gesehen werden diese vier Vormittagsgruppen und die eine Nachmittagsgruppe für diese umfangreichen Renovierungen in das Alte Hallenbad ziehen, sofern dieses im Herbst kommenden Jahres als Kita umgebaut worden ist. Und im Stadthaus der Altstadtmäuse werden nach der Renovierung nur zwei statt vier Gruppen gleichzeitig untergebracht. Dazu heißt es in der fünfseitigen Beschlussvorlage, der der Rat der Stadt Hameln am 23. März 2022 einstimmig zugestimmt hat: „Die Brandschutzsanierung sowie Neustrukturierung der Kita-Altstadtmäuse ist so auszuführen, dass künftig dort zwei Regelgruppen für Kinder von 3 bis 6 Jahren mit insgesamt 50 Kindern betrieben werden können.“

So gesehen bietet der Umbau des Alten Hallenbades zu einer Kita für vier Gruppen keine neuen Plätze, solange der Umbau der Kita Altstadtmäuse dauern wird. Und auch dann gibt es nicht 100 neue Plätze, sondern nur 50. Übrigens: Den Bedarf an Kita-Plätzen aktualisiert der Landkreis jährlich.