Hameln-Pyrmont (mes/ey). Steigende Energiekosten bei sinkenden Besucherzahlen – das ist eine explosive Kombination für Kultur und Freizeit. Die Folge: Für manches beliebte und bislang eintrittsfreie Event wird ein Beitrag erhoben. Für das Weinfest im Hamelner Bürgergarten ging der Plan auf. Ein anderer nicht: Der „freiwillige Unterstützungsbeitrag“ für das Pflasterfest scheiterte – zu wenige wollten ihn zahlen. Bleibt eine Frage, die den Hameln-Pyrmontern jetzt auf den Nägeln brennt: Muss die Finanzierung von Weihnachtsmärkten alsbald auch so unterstützt werden?

„Kein freiwilliger Unterstützungsbeitrag für den Weihnachtsmarkt in Hameln. Ist nicht nötig, die Finanzierung ist allerdings bei einem über mehrere Wochen laufenden Event auch einfacher als für eine Drei-Tage-Festsause wie das Pflasterfest“, sagt Dennis Andres. Wir erinnern uns: Mit einem „freiwilligen Unterstützungsbeitrag“ sollte die Finanzierungslücke von rund 80.000 Euro beim Pflasterfest in diesem Jahr gedeckt werden – „der Plan ging nicht auf, es kam nicht viel Geld dabei zusammen“, gibt Andres zu. Die schlechte Nachricht: Das Ausrichten von Festen – ob Stadt-, Herbst- und Weinfest oder Weihnachtsmarkt – wird in Zukunft nicht einfacher, weil: teurer. Die gute Nachricht: Zumindest der Budenzauber im Advent (27. November bis 30. Dezember) und Herbstmarkt dürften auch auf Sicht ohne freiwilligen Besucherbeitrag auskommen. Hoch die Tassen und ’nen Glühwein drauf getrunken!

Hamelner Budenzauber wird „größer und schöner“

Mehr noch: In diesem Jahr wird der Weihnachtsmarkt in Hameln wieder größer als im Vorjahr. Die Folgen der Corona-Pandemie verblassen deutlich, „und die Menschen können sich wirklich auf einen tollen Weihnachtsmarkt in Hameln freuen“, blickt Andres voraus.

Gute Nachrichten auch aus Bad Pyrmont: Ein Eintritt zum Weihnachtsmarkt (27. November bis 30. Dezember) – der jedoch auch deutlich kleiner ist als in Hameln –, wird von der Werbegemeinschaft in Erwägung gezogen. Wohl wissend, dass die Kosten in Zukunft steigen. Vor allem die Mitgliedsbeiträge würden Events wie den Weihnachtsmarkt stemmen, aber eben auch Sponsorenbeiträge. Verschiedene Unternehmen, kleinere wie große, würden jedes Jahr ihren Obolus dazutun. „So hatten wir beim Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr nur ein kleines Defizit.“ Für so manchen Geldgeber sei das aber keine Dauerlösung, weshalb die Werbegemeinschaft ihre Märkte zwar weiterhin durchführen will und wird, aber auch über Standgelder nachdenkt. „Da wird sich etwas in der Zukunft entwickeln“, meint Fahle – auch im Hinblick auf Nachfolgelösungen im Vorstand.

Indes keine Kompromisse beim Flair: Hylliger Born und Wandelhalle werden dem Anlass entsprechend atmosphärisch beleuchtet – „wir haben dafür die volle Fläche“, freut sich Helmut Fahle. Die Innenstadt werde mit zahlreichen Fichten geschmückt, zehn große Bäume werden auf dem Brunnenplatz aufgestellt – so können die Besucher auch in diesem Jahr das anheimelnde Budendorf erleben. Und das bei – weiterhin – freiem Eintritt. Laut Fahle wäre eine solche Handhabung auch schwierig, da das Areal keine Eingangspforte aufweise, und zum anderen sei es ja das Ziel der Werbegemeinschaft, für Pyrmont zu werben, also Gäste in die Kurstadt zu holen. Dazu würden die regelmäßig wiederkehrenden Märkte, die die Werbegemeinschaft ausrichtet, beitragen – im besten Fall ohne Eintritt.