Für die Einen ist es die beste mobile Erfindung seit dem Auto, für die Anderen eine Zumutung: E-Roller sind das Verkehrsmittel, an dem sich zurzeit die meisten Geister scheiden. Dazu führt einerseits das Nutzerverhalten, andererseits glänzen Kritiker mit erstaunlichem Halbwissen. Fakt ist: Der Ärger wächst – auf Radwegen und Bürgersteigen, in Fußgängerzonen und Parks.
Wo es eng wird, gibt‘s die häufigsten Probleme. „Ich will gar nicht bewerten, ob E-Scooter besser oder schlechter sind als Fahrräder. Aber de facto wird der Platz auf den Radwegen bedenklich knapp. Genau das Gegenteil müsste aber der Fall sein, wenn wir die Verkehrswende ernst nehmen wollen“, sagt Horst Maler, Vorsitzender des ADFC Hameln-Pyrmont (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club). Bislang halte sich das Problem in Grenzen, „weil hier kaum Scooter unterwegs sind“, aber schaue man zum Beispiel nach Hamburg, dann stelle man fest, dass die E-Scooter-Connection sich rasant entwickle.
Klaus Stolzenberg, Geschäftsführer der Verkehrswacht Hameln-Pyrmont, sieht in den E-Scootern, „deren Name übrigens verniedlichend ist, weil es sich schlicht um Elektroroller handelt“, eine neue Herausforderung. „Es kommt vermehrt zu schwierigen Situationen, weil Scooter-Nutzer sich der Schnelligkeit ihres Gefährts gar nicht bewusst sind.“ 20 km/h – bei einer Vollbremsung „heben die ab und fliegen über den Lenker“. Abgesehen davon gelte auch für sie die Straßenverkehrsordnung, was nichts weniger bedeute, als dass mit einem solchen Roller beispielsweise zwischen 10 und 18 Uhr die Fußgängerzone nicht befahren werden darf und dass das Fahrverhalten grundsätzlich dem eines Radfahrers entsprechen muss. Heißt auch: Radweg nutzen in der richtigen Richtung!
Die Verkehrswacht beschäftigt sich intensiv mit den Auswirkungen der Elektroroller auf die gesamte Verkehrssituation – so sehr, „dass wir für unsere Jahresversammlung in der Aerzener Domänenburg im kommenden Jahr einen Experten eingeladen haben, der neueste Erkenntnisse zu den Risiken der Elektroroller vortragen wird“.