Schieder-Schwalenberg. Eigentlich für April 2020 als große Doppelausstellung mit dem Hexenbürgermeisterhaus Lemgo geplant, musste die Präsentation mit den Werken des Amsterdamer Malers Martin Monnickendam (1874-1943) coronabedingt warten – nun wird sie in einer zweiteiligen Ausstellung nachgeholt. Der erste Teil unter dem Titel „Reiselust und Großstadtflair“ mit einem Schwerpunkt auf Arbeiten aus dem Amsterdamer Stadtleben wird vom 29. August bis 31. Oktober in der Städtischen Galerie in Schwalenberg zu sehen sein; der zweite Teil „Reiselust – Der Amsterdamer Maler Martin Monnickendam in Lippe und dem Weserbergland 1923“ mit dem Schwerpunkt auf den Aquarellen der Reise wird voraussichtlich diesen Herbst im Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo gezeigt.
Martin Monnickendam war in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ein vielseitiger, erfolgreicher und sehr anerkannter niederländischer Künstler. Sein Werk umfasst große, farbenfrohe Bilder vom Amsterdamer Stadtleben, feiernde Menschenmassen und Theaterlogen, Landschaften, Genreszenen und Stillleben.
Im Jahr 1923 unternahm Monnickendam eine Sommerreise, die ihn in die Weserregion führte. Es war eine Reise zu alten Städten mit Rathäusern, Bürgerbauten und Kirchen aus dem späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Die Stadtkerne waren von den Baukonjunkturen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts weitgehend unberührt geblieben.
Monnickendam lebte in Amsterdam, einer Stadt, deren Bevölkerungszahl sich zwischen 1880 und 1920 von 326 000 auf 642 000 Einwohner annähernd verdoppelt hatte. Mit der Entwicklung zur Großstadt hatte sich auch das Stadtbild verändert.
Das Hauptzeugnis seiner Reise sind 60 Aquarell- und Pastellskizzen. Sie zeigen die Orte, die er besuchte, sowie die Sehenswürdigkeiten und die Straßenszenen, die für ihn als Künstler so interessant waren, dass er sie mit Kreide und Wasserfarben festhielt. Mit diesen Arbeiten ist das künstlerische Porträt einer Region aus der Perspektive eines niederländischen Reisenden entstanden.
Die Ausstellung in Schwalenberg zeigt neben Reisebildern vor allem Ölbilder und Aquarelle aus Amsterdam und den Niederlanden. Martin Monnickendam hielt die lebendige, dynamische Stadt so fest, dass man die Beweglichkeit der Menschenmassen, das sich verändernde Straßenbild jederzeit nachvollziehen kann. Es gelang ihm, eine Momentaufnahme des städtischen Lebens zu zeigen – mit Straßenszenen, Theater- und Varietédarstellungen.
Die Ausstellung beginnt Sonntag, 29. August. An diesem Tag ist die Städtische Galerie von 14 bis 17.30 geöffnet und der Eintritt ist frei. Es gelten die aktuell gültigen Regelungen der Corona-Schutzverordnung. Die Galerie ist dann dienstags bis sonntags von jeweils 14 bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2,50 Euro (ermäßigt: zwei Euro, Kinder bis zwölf Jahre frei).