Hameln (ul). Wer kennt das nicht: Fängt man erst einmal an zu renovieren, ergibt sich daraus gleich ein Rattenschwanz von neuen Aktionsfeldern, die niemand vorher erahnt hatte. So geht es derzeit auch der Stadt Hameln auf dem Werder. Vor zwei Jahren wurde die südliche Inselmauer renoviert. Stehend auf einer Hebebühne kratzten und verputzten die Handwerker Stück für Stück jede Gesteinsfassung bei Niedrigwasser der Weser. Das Lastfahrzeug mit Hebebühne stand dazu auf der südlichen Inselspitze. Und diese Geräte sind bekanntlich nicht ganz leicht. Jetzt wird nachgearbeitet.

Die Wege auf dem südlichen Teil der Insel, also ab dem Biergarten, wurden von dem Baufahrzeug „in Mitleidenschaft gezogen“, wie es Janine Hermann, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, ausdrückt. Der sogenannte „Zahn der Zeit“ hatte an dem Mauerwerk genagt. Der Putz zwischen den Steinen wurde nicht nur von Mauerblümchen befreit, ein schön gewachsener Baum an der Südspitze der Insel hatte seine Wurzeln zwischen den Steinen verankert. Also musste auch der gesunde Baum gefällt werden, damit das Mauerwerk in einigen Jahren nicht schon wieder renoviert werden muss.

Der Pressesprecher der Stadt, Thomas Wahmes, erläutert: „Die Sanierung der Mauer war erforderlich geworden, da Wurzeln die Abdeckplatte angehoben und auch das Sandsteinmauerwerk geschädigt hatten. Die Baumaßnahme begann im März 2020 und konnte im Oktober 2020 abgeschlossen werden. Dazu wurde das Geländer abgebaut, die Sandstein-Abdeckplatten wurden neu verlegt, nachdem die Sandsteinmauer mit einem Sperrputz versehen war und eine Wurzelsperre eingebaut war.“

Auch an den Außenseiten der Inselmauer zur Weser wurden bei Niedrigwasser die Sandsteinflächen gesäubert und neu verfugt. Anschließend wurde die neue Brüstung installiert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 278 000 Euro. Die Kosten teilen sich die Stadt Hameln und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt vom Bund.

Die Südspitze soll ein Ort
der Erholung werden

Nachdem die Mauersanierung im Jahr 2020 zur Zufriedenheit aller beendet war, soll jetzt der Platz an der Südspitze der Werderinsel neu gestaltet und die Wege dorthin neu gepflastert werden. Dafür kalkuliert die Stadt 70 000 Euro ein. „Das Werder an seiner Südspitze soll als ein Platz in der Innenstadt, fernab vom Trubel, als ein Ort zum Entspannen dienen“, heißt es seitens der Stadt. Um diese besondere Freiraumqualität hervorzuheben, sei die Planung bewusst zurückhaltend und diene damit als Gegenpol zu den stark frequentierten Bereichen wie Biergarten, Spielplatz und geplanter Skateanlage. Neu gepflanzt wurde bereits im Herbst 2020 eine Sumpfeiche. Es war eine Spende des Vereins für Grenzbeziehung und Heimatpflege. Geplant ist nun, eine Rundbank um diesen neuen Baum aufzustellen und eine Doppelliegebank zum Relaxen.

Diese „Umgestaltung der Werderinsel startet an der südlichen Spitze“, teilt die Verwaltung mit. Beteiligt ist an den Bauarbeiten auch eine Firma aus der Region, die Firma Mensching aus Sachsenhagen. Gerechnet wird mit fünf Wochen Bauzeit. Also nach Ostern sollten die Fußwege neu gepflastert sein – derzeit sind sie gesperrt. Die öffentlichen Toiletten sind auch während der Baumaßnahme nutzbar.