Weserbergland. Ich muss hier nicht darauf hinweisen, dass in Deutschland durchschnittlich pro Jahr über 40 000 Tonnen Kaninchen gegessen werden – und mach‘s trotzdem. Als (alter) Hase könnt’s mir egal sein, denn wenn Kaninchen die Löffel abgeben, hat das mit uns gar nichts zu tun. Unsere sind größer. Aber da ist ja auch die andere Zahl, die so gar nicht österlich klingt. 212 000-mal wurde Meister Lampe das Licht auf offenem Felde ausgeknipst.

Drei Viertel davon landeten im Schmortopf. Ich nicht, ich bin Osterhase – und freue mich, dass laut Deutschem Jagdverband der milde Winter dafür gesorgt hat, dass die Population der bedrohten Feldhasen im vergangenen Jahr gestiegen ist. Auf den Feldern und Wiesen in Deutschland hoppelten im Frühjahr 2021 im Schnitt 16 Tiere pro Quadratkilometer – zwei mehr als vor zwei Jahren.

Süßmäuler vermag das alles nur peripher zu interessieren. Die wollen den Osterhasen lieber in Schokoladenform – ja, und da gibt‘s wahrlich eine große Überraschung, denn in der Tat sind die Mümmelmänner aus Vollmilch, Bitterschokolade und Kakao beliebter als das zuckrige Pendant zu Weihnachten.

Schokoladenhasen beliebter als Schokoweihnachtsmänner

In Zahlen: Schokohasen wurden in diesem Jahr 239 Millionen in Deutschland produziert; da kommt der Weißbärtige selbst nebst Nikoläusin – Gleichberechtigung muss sein – nicht ran. Na gut, als Schokoladenheer sind wir Osterhasen auch Verbündete von Karius und Baktus, aber wo gehobelt wird, da fallen Späne. Wen es beruhigt dort draußen bei den Eier- und Hasensuchenden: Gut die Hälfte der 239 Millionen wurde ins Ausland exportiert. Dass die Zahnärztliche Vereinigung die Produktion finanziell unterstützt, ist nur ein Gerücht. Oder um im nachrichtlichen Jargon zu bleiben: ein faules Ei.

Apropos: Die Deutschen lieben Eier – in den Jahren 2006 bis 2020 ist der Pro-Kopf-Konsum laut einer Statista-Umfrage um 30 Eier gewachsen. Durchschnittlich hat jeder Erwachsene im vergangenen Jahr 239 Eier gegessen. Während die Bundesbürger normalerweise acht bis neun Eier pro Monat zu sich nehmen, steigt diese Zahl in der Osterzeit auf zwölf.

Manche davon landen im „Falschen Hasen“, ein Hackbraten aus Rind und oder Schwein. Endlich mal Schwein gehabt so als Osterhase, der ich nun unterwegs sein werde an diesem langen Wochenende. Und hier nun Folgendes zu vermelden habe:

Verlag und Redaktion des HALLO wünschen allen Leserinnen und Lesern frohe Ostern!