Hameln-Pyrmont (mes/ey). Die Bundesregierung hat Wirtschaft und Haushalte zum Energiesparen aufgerufen – niemand weiß, wie lange noch Gas aus Russland fließt. Auch viele Unternehmen müssen sich überlegen, wie sie ihren Verbrauch mindern können. Im Landkreis Hameln-Pyrmont bedeutet dies vor allem: weniger Wärme und Beleuchtung.

Ganz Deutschland bereitet sich auf eine drohende Energiekrise vor. Die Strom- und Gaspreise steigen infolge der deutschen Energiepolitik der vergangenen Jahre und des Ukraine-Krieges bereits jetzt stark an. Während sich private Haushalte in erster Linie um die Preisentwicklung sorgen dürften, reagieren viele Städte, Bundesländer und auch Unternehmen inzwischen bereits mit konkreten Maßnahmen, um Energie zu sparen und sich vorzubereiten – auch im Landkreis Hameln-Pyrmont.
Die Stadt-Galerie Hameln beispielsweise arbeitet bereits daran, den Energieverbrauch im Center zu reduzieren, und setzt dafür verschiedene Maßnahmen um. So werde laut Center-Managerin Andrea Eichinger bereits seit vergangenem Mai die Beleuchtung reduziert. Das wolle man später im Jahr auch mit der Heizung tun. „Wir prüfen gemeinsam mit unserem technischen Facility-Management derzeit, welche weiteren Maßnahmen machbar sind und setzen diese nach Möglichkeit schrittweise um. „Viele unserer Mieter sind ebenfalls dabei, entsprechende Maßnahmen in ihren Geschäften umzusetzen“, fügt sie auf Anfrage von Hallo hinzu.

„Damit wollen auch wir einen Beitrag dazu leisten, in der aktuell für uns alle herausfordernden Lage den Energieverbrauch noch stärker zu reduzieren, und zugleich auch unsere Mieter bei den Energienebenkosten, die trotz langfristiger Lieferverträge und eines vorausschauenden Energieeinkaufs steigen, nach Möglichkeit entlasten. Dabei versuchen wir zum Beispiel auf nicht unbedingt erforderliche Beleuchtung zu verzichten oder das Gebäude soweit möglich weniger stark im Herbst/Winter zu heizen.“

Sicherheit gewährleistet

Bei allen Einsparmaßnahmen achte das Center-Management auch weiterhin darauf, dass die Sicherheit der Kunden und aller Mitarbeiter im Center und den Geschäften gewährleistet ist und dass alle gesetzlichen Vorgaben und Richtwerte eingehalten werden. „Die Beleuchtung wird also zum Beispiel nur an den Stellen beziehungsweise soweit reduziert, dass die Sicherheit nicht beeinträchtigt wird“, sagt Andrea Eichinger.
Ähnlich handhabt es das Staatsbad Pyrmont mit seinen Abteilungen. Das bestätigt André Schubert, stellvertretender Kurdirektor, auf Nachfrage.

„Mit der technischen Abteilung des Staatsbades und mit Unterstützung der Stadtwerke von Bad Pyrmont wird aktuell der Energiebedarf und Wechselwirkungen möglicher Einsparmaßnahmen analysiert.“ Insbesondere durch den Betrieb der drei Blockheizkraftwerke in der Hufeland Therme, der Klinik „Der Fürstenhof“ und beim Gesundheitszentrum Königin-Luise-Bad (KLB) bedürfe es verschiedener Simulationen, um am Ende auch gewünschte Einsparungen zu erzielen. Zu den Maßnahmen, die bereits umgesetzt wurden, zählen die Absenkung der Wassertemperatur des Außenbeckens der Therme von normal 32 auf jetzt 30 Grad, die Abschaltung bestimmter Teile der Außenbeleuchtung nachts sowie die Überprüfung und Optimierung der Laufzeiten bestimmter Pumpen.

Auf klimatisierte Luft müssen Gäste indes nicht verzichten. „Klimaanlagen werden lediglich im Trainingsbereich der Hufeland Therme betrieben; die Abschaltung würde die Schließung des Bereichs mit sich bringen“, sagt Schubert. Zusätzlich würden Investitionen in eigene Photovoltaik-Anlagen auf den vorhandenen Dachflächen geprüft.

Drei Grad weniger kalt, das ist die Devise im Fachgeschäft Siegmann Gesunde Schuhe in Hameln an der Osterstraße. „Wir kühlen unsere Räume nicht zu sehr runter; ich denke, wir stehen da alle in der Verantwortung. Ohne Klimaanlage geht es allerdings nicht: Gerade im Bereich der Fußpflege muss in den Kabinen schon runtergekühlt werden, alles andere wäre an so heißen Tagen, wie wir sie erlebt haben, eine Zumutung. Aber: nicht mehr 21, sondern 24 Grad – ist nicht kühl, aber vergleichsweise dennoch angenehm“, sagt Geschäftsführerin Sabine Wiegrefe.