Hameln-Pyrmont (mes). Die Corona-Pandemie scheint vorerst überstanden, trotzdem ist das Virus nicht verschwunden und bleibt für bestimmte Gruppen nach wie vor gefährlich. Bei den meisten Menschen liegt die letzte Impfung schon länger zurück. Viele Bürger fragen sich: Ist eine Auffrischungsimpfung sinnvoll? Zwar befinden wir uns noch mitten im warmen Sommer, doch Herbst und Winter lassen nicht mehr lange auf sich warten. Wer sollte jetzt wie handeln?

War das Thema Covid-19 jahrelang omnipräsent, gerät es mittlerweile in Vergessenheit. Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist groß, wie in Zukunft weiter verfahren wird. Wie lange hält der Impfschutz? Und: Wann sollte aufgefrischt werden, wenn überhaupt?

Wer sich nicht aktiv informiert – im Internet oder im persönlichen Arztgespräch –, der weiß oft nicht, wohin der Weg führen sollte. Die Redaktion von HALLO Sonntag fragte in einigen Praxen vor Ort nach, aber auch dort gab es mitunter wenig Auskünfte. „Im Moment impfen wir gar nicht“, hieß es da zum Beispiel; Ärztesprecher waren bis Redaktionsschluss gar nicht zu erreichen. Doch hier hilft der Landkreis Hameln-Pyrmont weiter: Sprecher Jan Hühnerberg empfiehlt einen Blick auf die Homepage der STIKO (Ständige Impfkommission) oder des Robert-Koch-Instituts. Dort heißt es (Stand: 25. Mai 2023): „Die epidemiologische Situation von COVID-19 hat sich stark verändert. SARS-CoV-2 ist von der pandemischen in die endemische Phase übergegangen, das heißt, das Virus zirkuliert weiterhin in der Bevölkerung. Die dominierenden Omikron-Varianten sowie die hohe Immunität durch Impfungen und Infektionen in der Bevölkerung haben dazu geführt, dass heute deutlich weniger schwere Verläufe und Langzeitfolgen (wie Long-/ Post-Covid) auftreten als noch vor beispielsweise zwei Jahren. Das ist auch ein Erfolg der Impfung, die auch zukünftig wichtig für den Schutz der Bevölkerung bleibt.“

Das bedeutet konkret: Für alle Erwachsenen ab 18 Jahren (inklusive Schwangere) wird die Grundimmunisierung plus eine Auffrischimpfung empfohlen, um eine Basisimmunität aufzubauen. Wichtig für die Basisimmunität sei, dass das Immunsystem dreimal Kontakt mit Bestandteilen des Erregers (Impfung) oder dem Erreger selbst (Infektion) hat. Mindestens zwei dieser Kontakte sollen durch die Impfung erfolgen. So könne eine bestmögliche Basisimmunität aufgebaut werden. Die Kombination aus Impfung und Infektion (hybride Immunität) verleihe einen guten Schutz vor schweren Krankheitsverläufen nach SARS-CoV-2-Infektionen, der auf Basis der bisher verfügbaren Untersuchungen mindestens zwölf Monate anhält.
Personen im Alter ab 60 Jahren seien laut STIKO grundsätzlich stärker gefährdet, nach einer SARS-CoV-2-Infektion schwer an COVID-19 zu erkranken oder zu versterben, wobei das Risiko einer ernsten Erkrankung in dieser Altersgruppe mit fortschreitendem Alter kontinuierlich zunimmt. Auch für immundefiziente Personen jeglichen Alters, für Personen mit bestimmten Grundkrankheiten sowie für Betreute in Pflegeeinrichtungen sei COVID-19 bedrohlich, da sie ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. Auch medizinisches und pflegerisches Personal stelle eine Personengruppe mit erhöhtem Infektionsrisiko dar.

„Deshalb wird für die genannten Personengruppen zusätzlich zur Basisimmunität eine jährliche Auffrischimpfung empfohlen“, heißt es auf der Homepage. Daten zur Wirksamkeit zeigten, dass in der Regel der Schutz vor schwerer Erkrankung mindestens zwölf Monate anhält. Da die Impfstoffwirksamkeit in den ersten Monaten nach der letzten Impfung am höchsten ist, sollte eine weitere Auffrischimpfung – wenn möglich – im Herbst erfolgen, um einen bestmöglichen Schutz während einer erwartbaren Infektionssaison zu erreichen. Im Herbst könnte zudem – sofern eine Indikation vorliegt – am selben Termin auch gegen saisonale Influenza geimpft werden.

An diese Empfehlung halte sich auch der Landkreis Hameln-Pyrmont, meint Jan Hühnerberg. Also sollten sich alle gesunden Bürger ab 18 Jahren eine Basisimmunität gegen COVID-19 aneignen. Für Personen ab sechs Monaten mit bestimmten Vorerkrankungen, ab 60 Jahren oder in bestimmten Berufen werden zusätzlich zur Basisimmunität jährliche Auffrischimpfungen empfohlen.

Wer dennoch unsicher ist, kann einen Test mit dem Online-Tool „Corona-Impfcheck“ machen. Dort erhalten Interessierte nach wenigen Klicks die aktuelle, individuelle Impfempfehlung – passend für die jeweilige persönliche Situation. So kann einfach und mit geringem Aufwand für sich, den Nachwuchs oder andere Angehörige der Impfstatus überprüft werden. Hierfür genügt es, einige wenige Fragen zu beantworten. Benötigt werden Angaben zum Alter, zu bisherigen Impfungen, zu vorangegangenen SARS-CoV-2-Infektionen sowie zu Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von COVID-19. Auf dieser Basis ermittelt das Online-Tool, ob der Impfschutz aktuell komplett ist oder ob Impfungen anstehen. Natürlich bietet dieser Check nur eine Orientierungshilfe und ersetzt nicht die individuelle Beratung durch den Arzt.

Impfcheck: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/schutzimpfung/der-corona-impfcheck/