Hameln-Pyrmont (mes/jlg). Sehen wir der Realität ins Auge: Die fetten Tage sind vorbei, nun muss er weg, der Speck. Neben Diäten (Low Fat, Low Carb oder doch Intervallfasten?) kommt der Beleibte um eines nicht herum: Sport.

Und zwar regelmäßig. Aber der muss gar nicht so schlimm sein – im Gegenteil, er kann sogar Spaß machen! Wenn man‘s richtig angeht.

Und man kann ihn mit manchem guten Vorsatz verbinden. Zum Beispiel: hinhören und sich einmischen. So mancher politische Fachausschuss in Hameln findet jedenfalls im Sitzungssaal des Rathauses statt. Anstatt den Fahrstuhl zu nehmen, quälen wir uns also ab sofort die Treppe hinauf. Zehn Stockwerke sind gleich 192 Stufen. Das Ganze bitte auch wieder hinunter. Macht schon fast 400 und ist ein gutes Trainingslager für die Turmbesteigung der Marktkirche, die täglich ab Ostern bis Oktober wieder möglich ist: 205 Stufen führen fast bis zum Himmel. Macht 410 samt Rückweg. Küster Michael Bräunig geht sie dienstlich mehrmals pro Woche. „Und es lohnt sich. Der Blick von oben ist wunderschön“, sagt er.

Ostern ist allerdings erst im April. Also müssen Pfunde anders purzeln. Eine alte Regel besagt, dass derjenige, der 10000 Schritte am Tag tut, ohne Zweifel keine Gewichtsprobleme bekommt. Das empfehlen auch Ärzte. Sechs bis acht Kilometer kommen dabei zusammen. Während manche Mitarbeiter von Hameln-Pyrmonter Firmen mit großen Werkhallen an dieser Grenze bisweilen schon während ihrer Arbeitszeit kratzen, müssen Bürohengste nach Feierabend in Wallung kommen. Beispiel Vorwerk Flooring: Anke Steinemann, Leiterin QM, legt zwischen Büro, Schaufläche und verschiedenen Produktionsbereichen täglich bis 7000 Schritte zurück. Sagt jedenfalls ihr iPhone. Manch anderen Mitarbeitern geht‘s nicht anders; sie schaffen sogar bis 14000 Schritte pro Arbeitstag. Wer kein Smartphone hat, klemmt sich einfach einen Schrittzähler an den Hosenbund. Funktioniert genau so gut.

Schritte. Auch durch den Wald. Ist zwar gerade nicht winterlich dort, aber darauf kommt‘s bei der Bewegung nicht an. Hauptsache raus und Kalorien verbrennen, Gelenke und Muskeln in Wallung bringen. Oder wahlweise auch rein und dasselbe versuchen. Es gibt ja auch Menschen, die brauchen den Drill in einem Fitnesscenter unter Anleitung. Wie gewohnt ist in solchen „Muckibuden“ jetzt Hochkonjunktur. Ist ja auch logisch: Mit dem Jahreswechsel sind sie wieder da, die guten Vorsätze. Ein Klassiker: der Wunsch, endlich abzunehmen. Und ein hoher Anteil an Körperfett verdirbt ja nicht nur die Figur. Er ist auch ein Gesundheitsrisiko.

Wer gezielt Körperfett abbauen will, muss erst einmal wissen, wie hoch der prozentuale Anteil ist. Das Körpergewicht oder der BMI allein verraten den Fettanteil nicht. Selbst schlanke Menschen können relativ viel Körperfett haben. Dabei gilt der Bauchumfang als Faustgröße, ob jemand zu viel ungesundes Bauchfett eingelagert hat. Für Frauen sind maximal 80 Zentimeter Taillenumfang erstrebenswert, Männer dürfen 94 Zentimeter haben. Mit dem Maßband lässt sich der individuelle Körperfettanteil sogar berechnen. Allerdings sind die gängigen Formeln ziemlich kompliziert. Einfacher geht’s mit ein paar Klicks im Internet (zum Beispiel www.bmi-online.info). In die Berechnung des Körperfettanteils fließen unter anderem Geschlecht, Größe, Nacken-, Bauch- und Taillenumfang mit ein.

Elektronische Diagnosewaagen nutzen die Bio-Impedanz-Analyse zur Berechnung von Körperfett, Wasser- und Muskelanteil sowie Knochenmasse im Körper. Die Methode misst den elektrischen Widerstand, den die verschiedenen Gewebe Strom entgegensetzen, der von Elektroden ausgehend durch den Körper geleitet wird. Alter, Größe, Geschlecht und Gewicht werden mit einbezogen. Wer hier außerdem helfen kann, sind Apotheken vor Ort.