Hameln / Bad Pyrmont (ul). Zu viele (Fast-)Unfälle, zu wenig Rücksichtnahme: Sogenannte „Geisterradfahrer“ sind keine Erscheinung, sondern sehr real. Sie befahren Fahrradwege in die falsche Richtung, drängeln Fußgänger zur Seite, behindern solche Pedalritter, die sich richtig verhalten. Mit Warn-Piktogrammen auf den Trassen will die Verkehrswacht Hameln sie nun gewissermaßen zur Umkehr zwingen – vor allem auch zur Umkehr in ihrem Verhalten!

Simone Kalmbach, Geschäftsführerin der Verkehrswacht Hameln, sagt, dass sie sich damit an einer Kampagne der Landesverkehrswacht Niedersachsen beteiligt. Ein Pilotprojekt, bei dem seit Ende September auch andere Maßnahmen getroffen wurden. Auffällig in den Farben der Verkehrswacht weiß und grün gestrichene alte Räder wurden an Kreuzungen abgestellt. Sie sollen auf den nötigen Sicherheitsabstand von Fahrrädern und Pkw beziehungsweise Lkw oder Bussen beim Überholen und Abbiegen aufmerksam machen. Auch Litfaßsäulen wurden mit Plakaten für die Sicherheit von Radfahrern beklebt. Die dritte große Aktion ist nun der Aufdruck von Piktogrammen auf den Radwegen.

In der falschen Richtung auf Crash-Kurs

Simone Kalmbach, Verkehrssicherheitsberaterin bei der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont, weiß, wo in Hameln Unfallschwerpunkte sind. „Speziell dort, wo das Fahrradfahren auf der linken statt auf der rechten Fahrbahnseite stattfindet und der Autofahrer zum Einbiegen in die Straße links über die Schulter schaut, kann er ganz leicht den von rechts kommenden Radler übersehen“, sagt sie. Als Beispiel nennt Kalmbach Pflümerweg/Pyrmonter Straße.

„Wer als Autofahrer vom Pflümerweg auf die Pyrmonter Straße einbiegen will, schaut automatisch nach links. Es gibt aber immer wieder Radler, die aus Wangelist oder Klein Berkel kommen und wegen des Appartementbaus an der Pyrmonter Straße den Fahrradweg links nehmen, weil der andere mit Baufahrzeugen und Material für Radler nicht zugängig ist.“ Allerdings sollen die Radler an der Ampel der ehemaligen Eisenbahnbrücke die Pyrmonter Straße überqueren und dann runter auf die Promenade fahren. Der Radweg an der Weser ist in beiden Richtungen von Radlern befahrbar. Leider halten sich einige nicht daran.

Es sei jetzt mehrmals „zu heiklen Begegnungen“ zwischen Auto- und Radfahrern gekommen. Und ebenso unter den Radfahrern, denn wo jemand in falscher Richtung in die Pedale tritt, gefährdet er sich und die anderen, weil der Platz eng begrenzt ist. Deshalb sind zum Beispiel auch auf den beiden Hamelner Weserbrücken Piktogramme gegen „Falschfahrer“ auf die Fahrbahn gepinselt worden – ob’s wirkt, wird sich zeigen. Weiterer neuralgischer Punkt: der Hauptbahnhof.