Hameln-Pyrmont (ey). Eine Gold-Medaille auf der Bundesgartenschau gibt‘s nicht alle Tage und schon gar nicht für jeden. Matthias Großmann hat diese Auszeichnung allerdings erhalten – für eine „Grüne Welle“! Es ist der Titel einer 90 Quadratmeter großen Mischpflanzung mit Stauden und Farnen im schattigen Bereich, die vom Inhaber der Stauden-Gärtnerei Junge aus Wehrbergen durchkomponiert worden ist. Gold fürs Weserbergland in Mannheim – toll!
Beet 9 ist es. Japanischer Regenbogenfarn, Behaarte Hainsimse, Japangras, Akelei ’Nora Barlow‘‚ Krauser Eichenfarn und viele mehr geben sich dort ein wundervoll durchkomponiertes Stelldichein. Das Besondere ist nicht, dass die durch eigene Sektionen und Züchtungen (zum Beispiel Lampenputzergras ’Hameln’, Sonnenbraut ’Wesergold’ und Seerose ’Fritz Junge‘) bundesweit anerkannte Stauden-Gärtnerei Pflanzen für eine „Buga“ zur Verfügung stellt. „Liefern ist die eine Sache, das haben wir schon oft getan, auch für Landesgartenschauen. Aber selbst durchplanen und festlegen, in welcher Kombination Stauden und Farne auf einer bestimmten Fläche stehen sollen – das war ein gärtnerischer Anreiz, der auf Bundesgartenschauen fast nie eine Rolle spielte. Jetzt schon!“, sagt Matthias Großmann, Mitglied beim Bund Deutscher Staudengärtner. Genug Zeit hatte er, auch das war in den Vorjahren nicht immer der Fall. Vor etwa anderthalb bis zwei Jahren hatte er über 1000 Pflanzen in seinen Bulli geladen und sei dann nach Mannheim gedüst. 90 Quadratmeter Fläche waren zu bestücken. Im Schatten. Fast eine Ironie des Schicksals insofern, als dass die eigens von Stauden-Junge im Laufe der Jahrzehnte erschaffenen Sorten und Selektionen fast gänzlich nach Sonne trachten.
Sei‘s drum: Für Matthias Großmann ist das Ergebnis „mehr als erfreulich, weil wir eine von nur zehn Stauden-Gärtnereien sind, die zur Ausgestaltung der Buga in Mannheim mit eigenen Projekten beigetragen haben und es nur zwei gibt, die noch mehr Preise erhalten haben“.
Und siebenmal Silber
gab‘s auch noch
Noch mehr? So ist es, denn neben der „Gold“-Auszeichnung für das Sortiment Farne gab es mal eben noch siebenmal „Silber“ für die Hamelner Gärtnerei. Unter anderem für die Sortimente „Lebensbereich Gehölzrand“ (Bergenia, Geum, Nepeta und weitere), „Anemone“ und „Pflanzplanung / Staudenverwendung“. Alles in allem: ein großer Wurf für den Betrieb, der bereits über 125 Jahre blühende Akzente setzt, jetzt in vierter Generation „und mit einem Team, das sich auskennt“, so der Chef, der im Übrigen mit Ingo Danielsen einen ausgemachten Farn-Fachmann an seiner Seite hat, dessen Expertise für das „Gold von Mannheim“ ohne Zweifel eine Rolle spielte.
Die nächste Buga war für 2025 in Rostock geplant, ist aber abgeblasen worden. Die zurückliegenden Schauen waren auch eher nur dazu da, Pflanzen zu liefern, aber keine gärtnerische Gestaltung beizutragen. Insofern ist Mannheim wie ein Meilenstein für die Gärtnerei Junge. Und an Lob aus kompetentem Umfeld mangelt es nicht. Michael Mäkler zum Beispiel, Gärtnermeister im Staatsbad Pyrmont, sagt: „Eine tolle Sache für alle hier im Weserbergland – auch für uns als Staatsbad, denn die hohe Qualität der Pflanzen trägt unter anderem dazu bei, dass auch unser Kurpark prächtig und zu (fast) jeder Jahreszeit in Blüte steht.“ Zudem wird Stauden-Junge alsbald neue Pflanzen an die Kurstadt liefern; Blumen, die auf Verkehrsinseln erblühen sollen.