Hameln (ul). Die Hamelner Schleppzugschleuse ist ziemlich genau 222 Meter lang und 90 Jahre alt. Zurzeit liegt sie (fast) trocken, weil die Zeit der Revision gekommen ist. Turnusmäßig werden Schacht, Tore, Mauern und Technik überprüft und gegebenenfalls erneuert beziehungsweise repariert.

Regelmäßig muss die Technik der Schleuse gewartet werden. Auch die Schleusentore werden dann gesichtet. Das funktioniert nur, wenn das Wasser aus dem Schleuseninneren herausgepumpt wird, damit auch die mechanischen Teile gesichtet werden können.

Für Passanten sicher ein Blickfang, aber: „Für die Mitarbeiter vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser mit Sitz in Hannoversch Münden und Verden ist es Routine“, sagt Thomas Lippel, Fachbereichsleiter beim WSA.

Die Vorarbeiten vor der Renovierung begannen schon Wochen und Monate zuvor. Schließlich kann zur Zeit der Renovierung die Weserschleuse nicht passiert werden und die nötigen Geräte für die Wartung müssen vor Ort sein. Abgepumpt wurde das Wasser in der Schleuse deshalb bereits am 10. Oktober. „Alle sechs Jahre sind die Schleusen und Wehre, die in der Verantwortung der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung liegen, einer Bauwerksprüfung zu unterziehen“, berichtet Lippel. „Nach der Trockenlegung werden alle Ablagerungen beseitigt und die Schleusenkammern und Tore gereinigt.“

Mängel an Bauwerk,
Toren und Antrieben

Die Prüfung wird durch einen fachkundigen Ingenieur des WSA in Zusammenarbeit mit den elektro- und maschinentechnischen Fachkräften durchgeführt. Die dabei festgestellten Mängel an dem Bauwerk, den Antrieben, Schleusentoren und Mauern werden in einem Prüfbericht dokumentiert. „Im Rahmen dieser Trockenlegungen werden dabei auch die festgestellten Beschädigungen an dem Korrosionsschutz sowie Mauerwerksschäden in geringeren Umfang gleich mit beseitigt“, erläutert Lippel. Außerdem werden die elektrischen und maschinentechnischen Anlagen überprüft und Teile ersetzt. Diese Arbeiten werden durch die Beschäftigten des Außenbezirkes Hameln mit Unterstützung durch Elektriker und Schlosser der Werkstatt aus dem Außenbezirk Hannoversch Münden vorgenommen. Für besondere Tauchereinsätze müssen Spezialunternehmen beauftragt werden.

Die gesamte Bauwerksinspektion und damit verbundene Instandsetzung soll bis zum 4. Dezember 2023 erledigt sein. Danach ist die Schleuse für den Weiterbetrieb bis zur nächsten Bauwerksinspektion in sechs Jahren gerüstet.