Hameln (ey). Straßensanierungen gelten für gewöhnlich als normale Baumaßnahme. Hier jedoch vermag das Ergebnis manchen Passanten bannig zu überraschen: Im Bereich Rennacker und Königstuhl am Rande der Stadt wurden die Straßen jetzt top saniert – was insofern erstaunt, als dass es sich um Zuwegungen handelt, die zu den Kleingärten und in die offene Feldmark führen.

Kein Durchgangsverkehr, mehr Fußgänger als Fahrzeuge – aber diese Feld- und Wirtschaftswege sind salopp betrachtet jetzt die besten im ganzen Klütviertel! Wie selbstverständlich wurden gleich noch mehrere Hundert Meter Feldweg mit geteert, die vorher nur geschottert waren. Fast schon rausgeschmissener … Schotter … ?

Die Anfrage des HALLO nach den Kosten bügelt die Stadtverwaltung gleich mal seitens des zuständigen Fachbereichs über die Presseabteilung ab: „Die Maßnahme ist unterteilt in Teilabschnitte; neben der Straßensanierung ist eine Sturmschadenbeseitigung dabei (ein umgekippter Baum hat durch die hochgedrückten Wurzeln die Wegedecke zerstört). Die Kosten können derzeit noch nicht abschließend beziffert werden, da die Arbeiten noch nicht vollständig beendet sind.“

Es könnte Bürger geben, die sich als mündige Steuerzahler mit so einer Antwort kaum zufriedengeben. Durch die Asphaltierung des Teilstücks, so heißt es weiter, „sparen wir für viele Jahre Unterhaltungskosten, die jährlich wiederkehrende Ausbesserung von Pfützen kann entfallen“.

Laut der Stadtverwaltung handele es sich um Unterhaltungsmaßnahmen der städtischen Wirtschaftswege; das Vorhaben sei unabhängig von den Straßenbaumaßnahmen aus dem Verkehrsmodernisierungskonzept zu sehen. Es waren Absackungen und Risse vorhanden, in die Wasser eindringen konnte; teilweise waren von der Asphaltschicht nur noch Teile übrig geblieben. „In den vergangenen Jahren wurde aus dem zur Verfügung stehenden Budget für Wirtschaftswege fast nichts ausgegeben“, so die Mitteilung der Stadt. Grund seien fehlende Personalkapazitäten gewesen.

Dass gleich noch mehrere Hundert Meter Feldweg mitgeteert wurden, erklärt sich so: Im bislang geschotterten Teilstück gab es tiefe Pfützen und Ausspülungen, „deshalb wurde auch dieser Abschnitt asphaltiert“, so ein Sprecher der Stadtverwaltung. Die jetzt überarbeiteten Wirtschaftswege seien stark frequentiert und würden gerne als Wander- und Radwege genutzt. Sie dienten nicht nur der Landwirtschaft.
Noch ist die Maßnahme nicht abgeschlossen. Zurzeit besteht ein beidseitiges Parkverbot in den entsprechenden Bereichen, weil die Randbereiche fertiggestellt werden müssen. Die sogenannten Bankette werden geschottert.