Hameln-Pyrmont (mes/red). Am kommenden Sonntag wird im Landkreis Hameln-Pyrmont gewählt. Nach dem Rücktritt von Tjark Bartels (SPD) stimmen die Bürger über einen neuen Landrat ab. Die SPD geht mit Dirk Adomat ins Rennen, die Grünen haben Torsten Schulte aufgestellt, die CDU setzt auf Stefan Wittkop und die AfD hat Christopher Emden nominiert. 45 600 Wähler allein im Bereich der Stadt Hameln sind zur Wahl aufgerufen, im gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont sind es 122 415 Wahlberechtigte, die in 212 Wahlbezirken ihre Stimme abgeben können.
Wir bieten einen kleinen Überblick über die vier Kandidaten:
- Dirk Adomat (SPD): Dirk Adomat lebt in Fischbeck. 2001 trat er in die SPD ein und wurde sogleich in den Ortsrat Fischbeck/ Weibeck und den Hessisch Oldendorfer Stadtrat gewählt. Seit 2004 ist er SPD-Fraktionsvorsitzender und Sprecher der rot-grünen Mehrheitsgruppe. 2017 kandidierte Adomat bei der Landtagswahl im Wahlkreis 38 (Hameln/Hessisch Oldendorf/ Rinteln) und gewann das Direktmandat. Heute ist der zweifache Familienvater in der SPD-Landtagsfraktion Sprecher für Baupolitik und Binnenfischerei. Außerdem ist er Mitglied im Umweltausschuss, im Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie im Unterausschuss Justizvollzug und Straffälligenhilfe. Der 59-Jährige begeistert sich für die Imkerei (25 bis 30 Völker nennt er sein Eigen) und das Rudern (Letzteres seit über 40 Jahren).

Dirk Adomat (SPD)
- Stefan Wittkop (CDU): 1999 trat der heute 45-Jährige der CDU und der Jungen Union bei. Ab 2006 war er Mitglied des Göttinger Stadtrates. 2008 zog er nach Springe, nachdem er Zuarbeiter der hannoverschen CDU-Ratsfraktion in den Bereichen Bauen, Umwelt, Kultur und Sport geworden war. Wenig später fungierte er als Referent für Innen- und Justizpolitik der CDU-Landtagsfraktion. Im Büro von Landesinnenminister Uwe Schünemann (CDU) und dessen Nachfolger Boris Pistorius (SPD) war der dreifache Familienvater unter anderem mit dem NPD-Verbotsverfahren befasst. Seit 2013 arbeitet der Rechtsanwalt in der Geschäftsstelle des Niedersächsischen Städtetages. Dort beschäftigen ihn zum Beispiel Fragen der Verwaltungsmodernisierung, der öffentlichen Sicherheit, des Ausländerrechts und der Integration. Privat spielt er gerne Querflöte.

Stefan Wittkop (CDU)
- Torsten Schulte (Grüne): Seit 2001 sitzt Torsten Schulte für die Grünen im Stadtrat von Hessisch Oldendorf – bevor er den Grünen 2010 beitrat jedoch als Parteiloser. Von 2006 bis 2011 war der heute 50-Jährige stellvertretender Bürgermeister von Hessisch Oldendorf. 2006 wurde er in den Hameln-Pyrmonter Kreistag gewählt. Seit 2011 ist er Stellvertreter des Landrats. Im Kreistag ist er Mitglied im Kreisausschuss, im Finanzausschuss und im Schulausschuss. Derzeit sitzt er in den Aufsichtsräten der Energiegenossenschaft Weserbergland und der KSG. Zudem ist er Mitglied in der Gesellschafterversammlung des Tourismusverbandes Westliches Weserbergland. Auf 20 Hektar betreibt der zweifache Familienvater und zweifacher Großvater bei Bensen Forstwirtschaft und baut Getreide und Mais an. Hauptberuflich arbeitet der gelernte Bankkaufmann als Abteilungsleiter des BHW-Kundenservice.

Torsten Schulte (Grüne)
- Christopher Emden (AfD): Der zweifache Familienvater aus Oyten (Landkreis Verden) initiierte als 16-Jähriger mit Freunden das Ziel, die direkte Demokratie einzuführen. Dabei wurden Politiker auf sie aufmerksam. 1998 ist er an Wahlkampfständen von SPD und Grünen aktiv werbend beteiligt gewesen. Eine politische Heimat allerdings fand der Richter in den etablierten Parteien nicht. 2016 trat er in die AfD ein, damals vor allem wegen deren Europapolitik. Dann machte er schnell Karriere in der Partei, zog in den Landtag ein. Beruflich war er zuletzt als Richter am Amtsgericht Norden tätig, bis er bei der Wahl 2017 für die AfD in den niedersächsischen Landtag einzog. Hier ist der 42-Jährige Sprecher seiner Fraktion für Rechts- und Verfassungsfragen sowie Medienpolitik. Der Oldtimer-Fan und bekennende Schrauber liebt die Musik und ist – genau wie seine Frau und seine beiden Söhne – Vegetarier.

Christopher Emden (AfD)
Gewählt von den vier Kandidaten ist, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten hat. Erfüllt keiner die Voraussetzung, so findet eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten statt, die bei der Wahl die meisten Stimmen erhalten haben. Sofern eine Stichwahl erforderlich wird, findet diese am Sonntag, 22. März, statt. Der neu gewählte Landrat wird gemäß § 80 Abs. 3 S. 1 Nr. 3 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes für die Restdauer der laufenden und die Dauer der folgenden allgemeinen Wahlperiode der Kreistagsabgeordneten gewählt. Die Amtszeit endet damit am 31. Oktober 2026. Wahlberechtigt sind alle Deutschen sowie alle EU-Bürger, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens drei Monaten in Hameln leben und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Alle Wahlberechtigten, die am Stichtag 26. Januar in Hameln gemeldet waren, wurden in das Wählerverzeichnis der Stadt aufgenommen.