Weserbergland/Lippe. Niedersachsen sagt wegen der Coronavirus-Epidemie Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern ab. Das hat Gesundheitsministerin Carola Reimann jetzt in Hannover gesagt. Diese Regelung gelte ohne zeitliche Einschränkung. Auch die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat in ihrer heutigen Pressekonferenz einen Erlass vorgestellt, nach dem Großveranstaltungen mit mehr als 1000 erwarteten Teilnehmern grundsätzlich abzusagen sind. Bei Sportveranstaltungen dieser Größenordnung ist alternativ zur Absage eine Durchführung ohne Zuschauer möglich. Dies gilt auch für Veranstaltungen im Kreis Lippe. Zuständig für die Absagen sind die Ordnungsbehörden der Städte und Gemeinden.

„Wir haben es mit einem Infektionsgeschehen zu tun, das eine sehr hohe Dynamik hat, und wir haben den Höhepunkt noch nicht erreicht“, sagte Carola Reimann. „In Niedersachsen gilt: Sicherheit und Gesundheit gehen vor.“ Es dürfe auch nicht der Eindruck entstehen, dass Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern per se bedenkenlos seien. „Jede Veranstaltung in Niedersachsen steht auf dem Prüfstand“, sagte Reimann. Zudem dürfen Menschen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben, Schulen, Kindergärten, Pflegeheime und Hochschulen nicht betreten, so Reimann. Ziel sei es, mit den Maßnahmen die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Das Zweitliga-Heimspiel von Hannover 96 gegen die SG Dynamo Dresden am Sonntag wird damit aller Voraussicht nach als „Geisterspiel“ stattfinden. Laut Landesgesundheitsamt schließt die Verfügung auch Theatervorstellungen und Versammlungen in Gaststätten mit ein.

Um den erhöhten Informationsbedarf abdecken zu können, wird die Hotline des Gesundheitsamtes Lippe unter der Nummer 05231/62-1100 zwischen 8 und 18 Uhr mit weiteren Mitarbeitern des Kreises Lippe verstärkt