Hameln-Pyrmont. Warn-Apps schlagen an, Sirenen ertönen – Maßnahmen, die die Bevölkerung vor Gefahren warnen und auf die Notwenigkeit von Schutzvorkehrungen aufmerksam machen sollen. Für diesen Samstag, 2. April, kündigt der Landkreis Hameln-Pyrmont einen Warntag an. Dieser findet zum ersten Mal kreisweit statt – und wird künftig an jedem ersten Samstag im Quartal wiederholt, heißt es aus dem Kreishaus.

„Wir wollen mit den Warntagen grundsätzliche Vorkehrungen treffen, um die Menschen künftig noch besser zu schützen. Nur wenn jeder wirklich weiß, was zu tun ist, wenn beispielsweise Sirenen ertönen oder Warn-Apps anschlagen, erreichen wir die angestrebte Wirkung. Die regelmäßigen Aufklärungen und Erinnerungen sollen ein Bewusstsein in der Bevölkerung schaffen und alle Menschen für die Notwendigkeit der Schutzmaßnahmen und ihre persönlichen Vorsichtsmaßnahmen sensibilisieren“, sagt Hameln-Pyrmonts Landrat Dirk Adomat.

Regelmäßige Aufklärung
und stete Erinnerung

Unvergessen ist die Flutkatastrophe im Ahrtal vom Juli 2021. Innerhalb von drei Tagen starben mindestens 134 Menschen bei den verheerenden Starkregenereignissen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Ein Problem war laut Kreisverwaltung, dass die Warnung der Bevölkerung nicht ausreichend funktioniert habe.

Diese fatalen Folgen einer Unwetterkatastrophe verbunden mit der aktuellen Lage aufgrund des Angriffskrieges auf die Ukraine, mitten in Europa, verdeutlichten, wie wichtig es sei, „dass die Bevölkerung vor allgemeinen Gefahren und Katastrophen umfangreich und verlässlich gewarnt werden kann“. Von „extremer Wichtigkeit“ sei, die Bevölkerung sofort, „und zwar rund um die Uhr und an jedem Ort mit entsprechenden Warnungen zu erreichen“.

Das Mittel der Wahl seien stationäre Sirenen. Im Gegensatz zu anderen Regionen in Deutschland hätten die kreisangehörigen Städte und Gemeinden Hameln-Pyrmonts ein gut ausgebautes Sirenennetz. Diese Sirenen können im Notfall von der Kooperativen Regionalleitstelle in Hameln abhängig vom Warnziel gezielt für jeden Ortsteil, jede Stadt und Gemeinde oder parallel im gesamten Kreisgebiet ausgelöst werden. Die Sirenen können grundsätzlich die Signale „Warnung der Bevölkerung“, „Entwarnung“ und „Einsatz für die Feuerwehr“ akustisch abbilden.

Am kommenden Samstag werden ab 12 Uhr mit jeweils fünf Minuten Abstand nacheinander die Sirenensignale „Warnung der Bevölkerung“ und „Entwarnung“ ausgelöst. Zeitgleich mit dem Sirenensignal „Warnung der Bevölkerung“ werde die Kooperative Regionalleitstelle die Nina-Warn-App zur Probe auslösen.
Zur Vorbereitung auf den Warntag empfiehlt der Landkreis Hameln-Pyrmont allen Bürgerinnen und Bürgern, die Warn-App „Nina“ auf dem Smartphone zu installieren und die Social-Media-Kanäle zu abonnieren.

Das Sirenensignal
„Einsatz für die Feuerwehr“

Das Sirenensignal „Einsatz für die Feuerwehr“ wird künftig in allen kreisangehörigen Städten und Gemeinden ab April einheitlich am dritten Samstag eines Monats durch die Leitstelle zur Probe ausgelöst. Dieses Sirenensignal richtet sich ausschließlich an die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren. Außerdem wird damit monatlich die Funktionsfähigkeit der Sirenen überprüft. Adomat: „Es ist eine beabsichtigte Kollateralwirkung, dass die Bevölkerung das wesentlich häufiger benötigte Sirenensignal ,Einsatz für die Feuerwehr‘ wahrnimmt und lernt, dieses Signal von der Sirenentonfolge ,Warnung der Bevölkerung‘ zu unterscheiden.“