Hameln-Pyrmont (sbr). Zum Start in die Saison kann Doris Müller von der Arbeitsgemeinschaft Landsommer Weserbergland mit einer guten Nachricht aufwarten: „Unsere Landsommer-Führungen dürfen stattfinden, und anders als im vergangenen Jahr laden die heimischen Gästeführerinnen und Gästeführer diesmal wieder zum Auftakt der Saison zur kostenlosen Führung am Weltgästeführertag ein.“ Der Rundgang führt am Sonntag, 20. Februar, durch Coppenbrügge und steht unter dem Motto „Mit Leib und Seele“. Treffen ist um 13.30 Uhr vor der Burg.
Dort erhalten alle Teilnehmenden dann auch die frisch gedruckten Broschüren. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. „Derzeit gilt die 2-G-Regel und während der Führung ist eine FFP2-Maske zu tragen“, erklärt die Gästeführerin. Bereits im Vorfeld hat sich das Team um Doris Müller Gedanken darüber gemacht, wie vielfältig das vom Bundesverband vorgegebene Thema „Mit Leib und Seele“ in Coppenbrügge umgesetzt werden kann. „Coppenbrügge kann auf eine historisch bedeutende Vergangenheit zurückblicken. Ein Zeugnis ist die romantische Burganlage mit dem darin befindlichen Museum“, macht sie auf den Rundgang neugierig. Das Sprichwort „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ hat seinen Ursprung in der Literatur, wo der heldenhafte Don Quijote gegen Windmühlen kämpft, weil er sie für feindliche Riesen hält.
Von der Coppenbrügger Windmühle ist leider nur noch ein Stumpf übrig geblieben, aber eine ganz besondere Neujahrsstuten-Backtradition wird nach wie vor gepflegt. Sie geht auf die Hungersnot von 1558/1559 zurück. Noch vor 1500 verliehen die Grafen von Spiegelberg dem Flecken Coppenbrügge die Brauerei-Gerechtsame. Die Bürger durften ihr eigenes Bier brauen. Seit dem 17. Jahrhundert gab es dann auch ein Brauhaus, genau gegenüber der Burg. Der älteste Teil der von den Grafen von Spiegelberg erbauten Wasserburganlage stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie diente unter anderem zur Sicherung der alten Heer- und Handelsstraße von Aachen nach Königsberg. „Wer jemanden in den Krieg ziehen lassen muss, hofft, dass er an Leib und Seele unversehrt heimkommen möge“, erläutert Doris Müller eine weitere Bedeutung des aktuellen Mottos des Weltgästeführertags.
Ebenso alt wie die Burg ist der Kirchturm der St.-Nicolai-Kirche, der vor rund 1000 Jahren als Wehrturm erbaut wurde. Auch in der Bibel finden sich Hinweise auf das Motto. So heißt es, dass der Mensch aus Geist, Seele und Leib besteht. Geist und Seele sind unsterblich, während der Körper den sterblichen Teil des Menschen ausmacht. „Doch was wären all die historischen Fakten, wenn nicht engagierte Gästeführerinnen und Gästeführer, die mit Leib und Seele für ihre Heimat brennen, auf ihren Touren den Gästen einen ganz neuen, nicht alltäglichen Blick auf das Weserbergland eröffnen würden“, fragt Doris Müller abschließend und freut sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen auf einen vielbesuchten Landsommer im Weserbergland.