Boom, Bond, boah! Grüße vom Spion

Hameln/Bad Pyrmont (mes). 2018 konnte das Museum Hameln mit einem Besucherplus abschließen: Mehr als 29000 Menschen nahmen die Angebote des Museums wahr, ein Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist 2018 das besucherstärkste Jahr seit der Wiedereröffnung 2011. Und auch in Bad Pyrmont verzeichnet die neue Museumsleiterin Melanie Mehring mehr Besucher als noch 2017: „Wir zählten 13557 Gäste.“

„Ratten!“ war ein Knaller –

sogar für Greenpeace …

Ein Grund für den Erfolg des Hamelner Museums war die Erfolgsausstellung „Ratten!“, die mit der Präsentation lebender Tiere nicht nur beim Publikum, sondern auch in den Medien eine große Resonanz fand. „Dass über eine Ausstellung gleichzeitig in so unterschiedlichen Medien wie dem Greenpeace Magazin und der Zeitung kunst:art berichtet wird, ist schon ungewöhnlich und zeigt, wie groß die Aufmerksamkeit war“, sagt Museumsleiter Stefan Daberkow, der sich mit seinem Team über den Erfolg freut. „Aber es waren nicht nur die Ratten allein. Ich glaube, dass unser abwechslungsreiches Themen-Spektrum, ergänzt um Veranstaltungen und ein fundiertes Vermittlungsprogramm, gut funktioniert und gerade auch für wiederholte Museumsbesuche wichtig ist.“

Ebenfalls in 2018 gezeigt wurden „Rudolf Riege. Der vergessene Bauhaus-Schüler“, die Sonderausstellung „Die 70er in Hameln. Momentaufnahmen von Rudi Günther“, die noch bis April laufen wird, sowie die Präsentation „Inspiration Mittelalter. Zeit des Medicus“, die noch bis 24. Februar zu sehen ist. Hinzu kamen bewährte und neue Veranstaltungsformate, darunter ein Themenabend über Georgien mit Weinverkostung oder eine Stille Auktion mit Bildern eines Hamelner Laienmalers.

Die positive Bilanz fußt darüber hinaus auf den museumspädagogischen Aktivitäten, eine der wichtigsten Säulen der Museumsarbeit. Führungen oder Kindergeburtstage wurden unvermindert stark nachgefragt. Das aufwendige Drittmittelprojekt „Auf Zeitreise mit den Geschwistern Wallbaum“ brachte in den Sommerferien 20 Kinder und Jugendliche aus Syrien, Haiti, Rumänien, Russland und Deutschland im Alter von neun bis 16 Jahren zwei Wochen lang für eine Projektarbeit ins Museum. Eine Neuerung ist auch die zum Schuljahresanfang begonnene Kooperation mit der Papenschule, bei der im Rahmen der Nachmittagsbetreuung eine wöchentliche „Museums-AG“ im Haus an der Osterstraße stattfindet.

Für 2019 hat sich das Museum wieder einiges vorgenommen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für „James Bond. Die Macht der Verführung“ – so der Arbeitstitel einer Sonderausstellung, die sich ab Juni mit dem berühmtesten Geheimagenten der Welt auseinandersetzen wird. Für die Entwicklung der Ausstellung konnte der renommierte Bond-Experte, Buchautor und Sammler Dr. Siegfried Tesche gewonnen werden. „Fast jeder hat eine Meinung zu James Bond, und die Thematik ist weitaus vielschichtiger und facettenreicher als man vielleicht auf den ersten Blick denken mag. Das bietet Diskussionsstoff, und damit ist James Bond auch ein Thema für uns“, sagt Daberkow. Parallel dazu starten die Vorbereitungen für „Pied Piper International – Auf den Wegen des Rattenfängers“. Das auf eineinhalb Jahre angelegte Projekt wird durch den Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes gefördert und will der internationalen Verbreitung und Bearbeitung der Sage nachgehen. Die Ergebnisse werden in einer Sonderausstellung ab Juni 2020 präsentiert.

Pyrmonts Museum widmet

sich der guten, alten Postkarte

Positive Zwischenbilanz auch aus Bad Pyrmont: Die aktuelle Sonderausstellung im Museum im Schloss mit Zeichnungen des Cartoonisten Til Mette stößt auf reges Interesse. Museumsleiterin Melanie Mehring freut sich, dass sogar in den „Saure-Gurken-Monaten“ Januar und Februar ordentlich was los ist. „Die Ausstellung ‚Cartoons für die moralische Elite mit Bildung, Geld und gutem Geschmack‘ kommt sehr gut an.“ Sie war noch von ihrer Vorgängerin Vanessa Charlotte Heitland initiiert worden.

Die neue Leiterin will in diesem Jahr zwei Sonderausstellungen auf die Beine stellen. Ab April soll es eine Expo zum Thema Textilkunst geben und im Herbst greift Mehring das Jubiläum „150 Jahre Postkarte“ auf. Dann sollen historische Ansichtskarten von Bad Pyrmont gezeigt werden.