Erst Bohrungen, dann Feuerwehrhausbau

Bad Pyrmont. Die Stadt treibt die Planungen für den Bau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses für die Ortswehren Bad Pyrmont und Holzhausen weiter voran. Vorgestern begannen Spezialisten damit, auf dem Parkplatz am Gondelteich den Baugrund per Erkundungsbohrungen zu untersuchen. Ein zusätzlich untersuchter Standort nördlich der Schanze kommt laut Bürgermeister Klaus Blome offenbar nicht in betracht.

Wer baut, der bohrt – dieser Grundsatz gilt in Bad Pyrmont mit seinem sensiblen Untergrund immer wieder einmal. Auch die Stadt als Bauherr eines Feuerwehrhauses richtet sich danach. Bis einschließlich Dienstag ziehen die Fachleute aus Sehnde, die in Bad Pyrmont nicht zum ersten Mal so eine Untersuchung vornehmen, quer über das Parkplatzareal verteilt insgesamt elf Bodenproben. Die Baugrunderkundung soll Aufschluss über die Beschaffenheit des Geländes geben. Und letztlich beantworten, „ob man bauen kann oder nicht“, wie einer der Männer vor Ort sagt. Relevant sind dabei sowohl die Tragfähigkeit des Bodens als auch der Stand des Grundwassers.

Es ist immer das gleiche Prozedere: Mehrmals während einer jeden in bis zu fünf Meter Tiefe reichenden Bohrung müssen die Männer ihr Gerät aus dem Erdloch herausheben. Dann steckt der Geologe Jan Weber einen drei Meter langen, dünnen schwarzen Stab hinein. Dieses Messgerät bestimmt den CO2-Gehalt der Luft im Bohrloch. Schlüge es an, dann hätte der Bohrer wohl eine der Pyrmonter Heilquellen getroffen.

Deren Schutz gebietet es übrigens auch, dass jedes Bohrloch auf bestimmte Weise verschlossen werden muss: Es wird aufgefüllt mit kleinen Pellets aus Ton sowie Wasser, das die Trockenwürstchen zum Quellen bringt. Das Ziel ist ein dichter Abschluss zur Bodenoberfläche hin. Denn eines ist klar: Eine neue Quelle will auf dem Gondelteich-Parkplatz niemand erschließen. Darum werden die Bohrungen aus hydrogeologischer Sicht durch die GeoDienst GmbH aus Wunstorf-Luthe begleitet. Laut Stadt wurde für die Bohrungen eine wasserrechtliche Genehmigung erwirkt. „Das Staatsbad wird eine Beweissicherung an der Quelle Hylliger Born und an der Wolfgangquelle II durchführen, die eine tägliche Messung der Betriebsparameter beinhalten wird“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Fläche nördlich der Straße „Auf der Schanze“ untersucht und als ungeeignet verworfen hatte. Die Erkenntnis, dass ein möglicherweise tatsächlich infrage kommendes Areal im Norden der Stadt dagegen nicht geprüft wurde, öffnete die Standortfrage wieder ein Stück weit. Bürgermeister Blome kündigte damals an, dass man schauen wollte, ob hier doch ein Feuerwehrhaus möglich sei, von dem die Hilfsfristen aus eingehalten werden können. „Wir haben vergangene Woche von Orgakom eine kurze Mail zum Abschluss der Untersuchung an der Schanze erhalten. Sie halten den Standort Nord nach wie vor weniger geeignet als den Standort Süd“, so Blome. Über Details müsse man noch sprechen. Er will nun zunächst die Politik informieren. Trotz aller öffentlicher Kritik bleibt der Parkplatz am Gondelteich die erste Wahl, der entsprechende Beschluss des Verwaltungsausschusses ist bis heute gültig. Im Dezember war bekannt geworden, dass die mit der Standortauswahl beauftragte Firma Orgakom eine falsche