Fusion der Ortswehren gilt als sicher

Emmerthal. Schlussstrich unter eine Debatte, die aus Sicht der beteiligten Feuerwehren in Amelgatzen, Hämelschenburg und Welsede brandheiß diskutiert worden ist: Die Fusion der drei benachbarten Ortswehren entlang der Emmer gilt als so gut wie sicher. Das hat Bürgermeister Andreas Grossmann am Donnerstag bekanntgegeben. Die Grundsatzentscheidung sei gefallen, ein zentrales Feuerwehrgebäude in Amelgatzen bis spätestens 2023 für eine gemeinsame neue Ortswehr zu errichten. Trotz aller berechtigten Wünsche nach eigenständigen Ortswehren: Ausschlaggebend sei das Ziel, den Brandschutz langfristig zu sichern, sagte Grossmann. Über die Absichtserklärung für den Neubau und die organisatorische Änderung der Wehren soll der Rat im Juni beschließen.

Wohl wissend, dass die Beteiligten aus den drei Dörfern nicht mit Feuer und Flamme auf diese Vorentscheidung reagieren, führt für den Bürgermeister daran kein Weg vorbei. „Für den Brandschutz ist das die beste Lösung“, sagt er – eine Einschätzung, bei der er sich auch auf die einhellige Aussage der Spitze des Gemeindekommandos berufe.

Wie sich zuvor die Situation aufgeheizt hatte, war im September in der Ratssitzung drastisch deutlich geworden. Brandschützer hatten dort ihre Helme zwischen den Politikern aufgereiht. „Wenn wir keine eigenständigen Feuerwehren bleiben, werden Sie viele Feuerwehrkameraden verlieren“, lautete der Appell in der Sitzung. In der Vorwoche saßen dann Politiker und Brandschützer zusammen. Auch weil es immer mehr Signale gegeben habe, den Konflikt mit einer Entscheidung zu lösen. „Nicht emotionslos, aber dennoch sachlich“, fasste Grossmann die Stimmung bei dem Treffen zusammen. Und es habe sich nicht angedeutet, dass es nun zu vermehrten Austritten kommen könnte.

Eine Zusammenlegung der drei Wehren ist schon länger im Gespräch. Dazu beigetragen hat die geplante Neuanschaffung eines Fahrzeuges für Amelgatzen, das für das dortige Gebäude zu groß ist. Hinzu kommt: In allen drei Feuerwehrhäusern sind die Mängel so erheblich, dass eine Sanierung nicht sinnvoll erscheint. Verschiedene Fusionsmodelle waren im Gespräch, ohne dass ein Konsens möglich erschien. Nun liegt der einstimmige Beschluss des zuständigen politischen Arbeitskreises inklusive der Fraktionsvorsitzenden außer der AfD, die nicht der Einladung gefolgt war, auf Grundlage der Gutachter des Feuerwehrbedarfsplanes vor: Die bisherigen drei Ortswehren werden zum Zeitpunkt der Fertigstellung des zentralen neuen Feuerwehrhauses aufgelöst, um dann gleichzeitig eine Stützpunktwehr „West“ zu gründen. Der Bürgermeister bezog sich am Donnerstag auf ein Schreiben der Feuerwehr Amelgatzen, von dem er erfahren habe und das inhaltlich den Blick nach vorne richte. „Ein gutes Zeichen“, so Grossmann. Nun gelte es für alle Beteiligten, das Beste unter den neuen Voraussetzungen herauszuholen. Natürlich sei ihm bewusst, dass noch viele offene Fragen zu klären seien. Der Bürgermeister weiter: „Wir müssen dabei gleichzeitig alles daransetzen, wie die Feuerwehren weiterhin ihre Traditionen in den eigenen Dörfern fortsetzen können.“